Wirtschaft : Fußball-WM hebt Metro-Umsatz Quartalsgewinn geht dennoch zurück

Düsseldorf - Die Elektronikketten Media-Markt und Saturn haben den Umsatz des Handelskonzerns Metro im zweiten Quartal in die Höhe getrieben. Zur Fußball-WM verkauften die Fachmärkte mehr Fernseher und Elektrogeräte und wiesen so als einzige Konzerntöchter ein deutliches Umsatzplus aus. Dagegen wirkte sich das kalte Wetter im April und Mai negativ auf die Bekleidungsnachfrage aus. Zudem fand das wichtige Ostergeschäft 2010 schon im ersten Quartal statt. Zur Metro gehören neben den Metro-Großhandelsmärkten für Gewerbetreibende auch die Kaufhof-Warenhäuser und der Lebensmittelhändler Real.

Der Konzernumsatz stieg von April bis Juni um 2,4 Prozent auf 15,7 Milliarden Euro, wie die Metro AG am Montag mitteilte. Der Quartalsgewinn nahm wegen höherer Aufwendungen allerdings von 67 Millionen auf 56 Millionen Euro ab und lag damit deutlich unter den Erwartungen. Die Aktie gab nach. „Auch wenn die Krise noch nicht hinter uns liegt, gibt es in immer mehr Ländern deutliche Lichtblicke“, sagte Konzernchef Eckhard Cordes. Er sei vorsichtig optimistisch für das Gesamtjahr 2010.

Der Konzern sieht sich beim geplanten Verkauf der Warenhaustochter Kaufhof daher nicht unter Zeitdruck. Metro wolle abwarten, was mit den insolventen Karstadt-Häusern letztlich passiere, sagte Cordes. Er hatte immer wieder versucht, eine Allianz aus Kaufhof und Teilen von Karstadt zu schmieden. Der Metro-Chef räumte zudem Verbindungen zum italienischen Kaufhausbesitzer Maurizio Borletti ein, der am Wochenende eine Gegenofferte für Karstadt eingereicht hatte. Cordes nannte Borletti einen „dynamischen Unternehmer“, mit dem er persönlich bekannt sei. So lange keine Klarheit um Karstadt bestehe, liefen die Gespräche mit Investoren um Kaufhof bewusst weniger intensiv, sagte Cordes. Medienberichten zufolge könnten Borletti und Metro einen gemeinsamen Warenhauskonzern schmieden. dpa/rtr

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben