Future Jobs : Immer mehr Fachkräfte gesucht

Es gibt so viele freie Stellen wie noch nie, vor allem die IT-Branche sucht Nachwuchs. Allein in Berlin und Brandenburg benötigen 73 Prozent der Unternehmen aktuell Fachkräfte – auch auf der Messe „Future Jobs“.

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Neue IT-Spezialisten braucht das Land.
Neue IT-Spezialisten braucht das Land.Foto: AFP

Dass deutsche Unternehmen Fachkräfte suchen, ist keine besonders neue Erkenntnis. Allerdings hat die Dimension und die damit verbundene Dringlichkeit des Anliegens jetzt rekordverdächtige Ausmaße erreicht. Nach einer vorübergehenden Stagnation gab es im November in Deutschland so viele freie Stellen wie noch nie, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag bei der Veröffentlichung ihres monatlichen Stellenindexes mit. „Die Unternehmen in Deutschland wollen offensichtlich trotz zahlreicher Unsicherheiten auf den internationalen Finanzmärkten weiter einstellen“, heißt es dazu vonseiten der BA.

Ganz besonderer Handlungsbedarf besteht dabei in der IT-Branche. Allein in Berlin und Brandenburg benötigen 73 Prozent der Unternehmen aus diesem Bereich aktuell Fachkräfte, ganze 81 Prozent sorgen sich um genügend fähigen Nachwuchs, wie eine Umfrage der Industrie- und Handelskammer in Zusammenarbeit mit dem Verband der Software-, Informations- und Kommunikations-Industrie in Berlin Brandenburg (Sibb) ergeben hat. Um dem Trend entgegenzuwirken, hat der Sibb nun erstmals die Karriere- und Berufsmesse „Future Jobs“ veranstaltet – und damit „einen Nerv getroffen“, wie Sibb-Chef Christian Köhler sagt. 50 Aussteller präsentierten sich den etwa 2000 Interessierten am Dienstag in der Urania. Dazu gab es Vorträge und – bei Bedarf – auch einen eigens zur Verfügung gestellten Raum für Vorstellungsgespräche.

Cafer Tosun war von der Idee angetan, sucht er doch insgesamt 100 Kräfte, die unter seiner Leitung am neuen SAP-Innovationscenter in Potsdam arbeiten. „Wir möchten das Potenzial der insgesamt 127 000 Berliner und Brandenburger Studenten nutzen und die besten Köpfe für uns gewinnen“, sagte Tosun. Wer gerade nach einem geeigneten Studienfach Ausschau hält, sollte nicht nur deswegen mal intensiver über das Fach Informatik nachdenken. Hier verzeichnen Universitäten längst nicht so einen hohen Zuwachs an Studenten wie in anderen Fächern – dabei ist die Perspektive für ausgebildete IT-Kräfte doch bestens. Etwa 50 000 Angestellte arbeiten in den den mehr als 5500 Consulting-, Software- und IT-Firmen in Berlin und Brandenburg. Die Branche setzt jährlich acht Milliarden Euro in der Hauptstadtregion um. Tendenz steigend.

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