Wirtschaft : G 7-Beamte beraten Rußland-Krise

LONDON/PARIS (AFP).Hohe Beamte der sieben führenden Industrieländer (G 7) und Rußlands haben am Montag in London Beratungen über die russische Finanz- und Wirtschaftskrise aufgenommen.Vor dem Hintergrund des Regierungswechsels in Moskau sollen bei dem von Premierminister Tony Blair angeregten Treffen der Stand der russischen Reformen sowie Hilfsmöglichkeiten des Westens erörtert werden.Auch die anhaltende Nervosität auf den internationalen Finanzmärkten soll Gegenstand der Beratungen sein.Anfang Oktober, im Rahmen der Herbsttagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank, werden sich dann die Finanzminister und Notenbankchefs der G 7 und Rußlands in Washington treffen.

Ziel des Londoner Treffens ist ein Bericht für die G 7-Staaten, deren Regierungschefs Ende Oktober in New York am Rande der UN-Vollversammlung zusammenkommen.Auch ein früheres Treffen schien nicht ausgeschlossen.Ein Regierungssprecher in London sagte zu entsprechenden Spekulationen, dafür müsse das Ende der Sitzung abgewartet werden.Nach Auskunft des Finanzministeriums nehmen an den Beratungen hohe Beamte der Finanz -und Außenministerien aus den Mitgliedsländern USA, Japan, Deutschland, Frankreich, Italien, Kanada und Großbritannien teil.Ebenfalls anwesend sind Vertreter Rußlands, der gegenwärtigen EU-Präsidentschaft sowie des Währungsfonds und der Weltbank.Wie der Generaldirektor des Internationalen Währungsfonds, Michel Camdessus, unterdessen erklärte, schließe er aufgrund der Probleme auf den internationalen Finanzmärkten ein Zinssignal der Siebenergruppe nicht aus.Die Finanzminister und Notenbankchefs der G 7-Staaten könnten bei ihrem Treffen Anfang Oktober eine Senkung der Leitzinsen beschließen, um wieder Kapital in die aufstrebenden Industriestaaten zu bringen, sagte Camdessus der französischen Wirtschaftszeitung "Les Echos" vom Montag.So habe etwa der Chef der amerikanischen Notenbank, Alan Greenspan, "durchblicken lassen, daß es vielleicht notwendig sein würde, die monetären Bedingungen in den Vereinigten Staaten zu lockern".

"Ich beobachte auch, daß die Europäer ein Konvergenzprogramm in Richtung einer Zinssenkung haben", fügte Camdessus offenbar mit Blick auf die Einführung der gemeinsamen Euro-Währung im Januar hinzu.Für ein entsprechendes Zinssignal der Siebenergruppe müsse aber zunächst abgewartet werden, wie sich die Märkte bis zum Oktober weiter entwickelten.Der Siebenergruppe gehören die USA, Deutschland, Japan, Frankreich, Großbritannien, Italien und Kanda an.Die Finanzminister und Notenbankchefs aus den Teilnehmerstaaten treffen sich am 3.Oktober am Rande der Jahresversammlung von IWF und Weltbank in Washington.

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