Wirtschaft : G-7-Beschäftigungsgipfelin Kobe eröffnet

Erstmals Rußland als gleichberechtiger Partner dabei

KOBE (AFP / dpa).Im japanischen Kobe hat am Freitag die Konferenz der sieben führenden Industrienationen (G 7) und Rußlands über Auswege aus der Beschäftigungskrise begonnen.Der japanische Arbeitsminister Bunmei Ibuki sagte zur Eröffnung, Unternehmer und Gewerkschaften müßten begreifen, daß sie "in demselben Boot" sitzen.Beobachter erwarten von der zweitägigen Konferenz keine radikalen Lösungen für die Massenarbeitslosigkeit, von der insbesondere die europäischen G-7-Mitglieder betroffen sind.Einige Staaten treten dafür ein, eine Erklärung über Arbeitsrechte zu verabschieden.Darin soll das Recht auf die Bildung von Gewerkschaften und ein Verbot der Kinderarbeit verankert werden. An dem Treffen nimmt Rußland erstmals als gleichberechtigter Partner teil.Außer dem Gastgeberland Japan entsandten auch Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada und die USA Delegationen nach Kobe.Ebenfalls vertreten sind die UN-Organisation für Arbeit (ILO), die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sowie der Internationale Bund Freier Gewerkschaften und die Internationale Unternehmerorganisation.Es handelt sich um die dritte Konferenz der führenden Industriestaaten zu Fragen der Beschäftigungspolitik.Zuvor hatte man sich im März 1994 in Detroit und im April 1996 in Lille getroffen. Japan steht mit 2,36 Millionen Arbeitslosen vergleichsweise gut da.Nach am Freitag von der Regierung veröffentlichten Zahlen ist die Arbeitslosenquote im November nach 3,4 Prozent in den Vormonaten wieder auf 3,5 Prozent gestiegen.Das ist ein Nachkriegsrekord.Nach Ansicht von Experten muß aber berücksichtigt werden, daß die japanischen Zahlen mit denen anderer Länder nicht vergleichbar sind.Legte man in Nippon dieselben Erhebungskriterien wie in anderen Ländern zugrunde, hätte Japan eine doppelt so hohe Quote.Zudem hielten viele Unternehmen immer noch Mitarbeiter, die sie eigentlich nicht brauchen. Arbeitsminister Ibuki sagte, Großbritannien und USA seien bei den Reformen des Wirtschaftssystems bereits etliche Schritte voraus.Der Präsident der Internationalen Unternehmerorganisation, Jean-Jacques Oechslein, forderte "weniger Gesetzgebung und mehr Unternehmensinitiative".OECD-Generalsekretär Donald Johnston schlug Gipfelberatungen über die Jugendarbeitslosigkeit am OECD-Sitz in Paris vor.

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