Wirtschaft : G-7 drängen Japan zu schnellen Reformen

TOKIO (dpa).Die stellvertretenden Finanzminister der sieben wichtigsten Industrieländer (G-7) haben am Sonnabend Japan mit Nachdruck zu einer Reform des Finanzsystems und einer Ankurbelung seiner Wirtschaft aufgefordert.Es sei von vitaler Wichtigkeit für Japan, Asien und die Weltwirtschaft, daß Japan sein Bankensystem wieder in Ordnung bringe und ein vom Binnenkonsum getragenes Wirtschaftswachstum erreiche, heißt es in einer zum Abschluß eines Treffens in Tokio veröffentlichten gemeinsamen Erklärung.

Außerdem müsse Japan seine Märkte öffnen und deregulieren.An den kurzfristig anberaumten Beratungen über Japans Wirtschaftskrise und den jüngsten Kursverfall des Yen hatten auch die Vertreter von zehn asiatischen Staaten sowie des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Weltbank und der Asiatischen Entwicklungsbank teilgenommen.Ziel des Treffens war es, eine Ausweitung der asiatischen Finanzkrise zu verhindern.Japans Wirtschaftskrise und der jüngste Verfall des Yen hatten zu erheblicher Unruhe auf den Weltfinanzmärkten geführt.

Die Teilnehmer begrüßten Japans Ankündigung, die Umstrukturierung des Finanzsystems mit "höchster Dringlichkeit" vorzunehmen, einschließlich der schnellen Bereinigung der noch immer schwer auf den Banken lastenden Problemkredite.Wie dies im einzelnen geschehen soll, muß jedoch offenbar noch festgelegt werden.So muß Tokio entscheiden, ob einzelne Banken liquidiert, fusioniert oder mit staatlichen Zuschüssen gerettet werden sollen.Notenbankchef Masaru Hayami soll US-Vize-Finanzminister Lawrence Summers über neue Pläne zur Bankensanierung informiert haben.

Der Generalsekretär der die japanische Regierung tragenden Liberaldemokratischen Partei (LDP) erwähnte am Vortag zudem die mögliche Gründung einer Art Auffanggesellschaft für gescheiterte Banken.Eine Entscheidung darüber wolle die LDP noch vor den Oberhauswahlen am 12.Juli treffen.In der am Sonnabend vorgelegten Erklärung wird Japan zudem aufgefordert, die Umsetzung des jüngsten Konjunkturpakets im Volumen von 16,6 Billionen Yen (230 Mrd.DM) voranzutreiben und die Steuerstrukturen zu reformieren.Dies betreffe sowohl die Unternehmens- wie auch die Einkommensteuern.

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