G-7-Gruppe : Sieben Finanzminister beraten am Polarkreis

Die Gruppe der sieben führenden Industriestaaten (G-7) ist nach Ansicht der kanadischen G-7-Präsidentschaft nicht für hohe Schuldenquoten in einzelnen EU-Staaten zuständig.

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Das Treffen der Finanzminister begann mit einer Schlittenhundfahrt. Im Bild: Giulio Tremonti aus Italien. Foto: ReutersX90141

Iqaluit - Schuldenstände wie etwa in Griechenland oder Portugal müssten innerhalb der Eurozone bekämpft werden, sagte der kanadische Finanzminister Jim Flaherty am Samstag vor Journalisten in Iqaluit im hohen Norden Kanadas. Zur G-7-Gruppe gehören USA, Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Kanada. Die Finanzminister der sieben großen Industrieländer tagen seit Freitag im arktischen Iqaluit.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zeigte sich überzeugt, dass diese ernsten Probleme letztlich den Euro nicht gefährden würden. „Der Euro bleibt stabil“, sagte er. Die Unruhe an den Weltkapital- und Devisenmärkten nannte er Übertreibungen. Griechenland müsse nun einen hohen Preis für die lang andauernde Verletzung von EU-Stabilitätsregeln zahlen.

„Ich glaube, wir müssen sehr bewusst mit der Möglichkeit des Zusammenbruchs nationaler Volkswirtschaften und mit der anhaltenden Existenz von giftigen Anlagen in einigen Banken umgehen“, sagte Flaherty. Der Präsident der Europäischen Zentralbank Jean-Claude Trichet wies Spekulationen zurück, die EZB-Führung könnte am Wochenende wegen der angespannten Lage zu einem Krisentreffen zusammenkommen. Schäuble wandte sich gegen Mutmaßungen über gemeinsame Notfallpläne der Euro-Länder zur Unterstützung Griechenlands. Er sagte aber auch, viele kluge Menschen machten sich über viele Dinge Gedanken.

Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise ist unterdessen, so sagte Finanzminister Schäuble, noch nicht ganz überwunden. Darin sei man sich in der G-7 einig. Er äußerte sich aber besorgt, dass man beim geeigneten Zeitpunkt für den Abschied von den teuren Konjunktur- und großzügigen Liquiditätsprogrammen noch nicht die notwendigen Ausstiegsstrategien ausgearbeitet habe. Man dürfe nicht bereits wieder die Basis für Überhitzungen in der Wirtschaft legen. „Wir sind uns aber alle einig, dass es derzeit noch nötig ist, die Anreizprogramme weiterzufahren“, sagte Flaherty.

Flaherty teilte am Samstag in Iqaluit auch mit, dass die G-7-Staaten Haiti nach dem schweren Erdbeben vom 12. Januar alle bilateralen Schulden erlassen wollen. Mit der Vereinbarung sind jene Schulden gemeint, die Haiti bei den G-7-Staaten jeweils direkt aufgenommen hat, nicht die Schulden von staatenübergreifenden Organisationen wie der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds (IWF). rtr/AFP

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