Wirtschaft : G-7-Treffen: Sorgen im Club der Sieben

Karin Birk

Die Weltwirtschaft steht auf der Kippe. Das darf man aus dem Schlusskommuniqué des G-7-Treffens am Wochenende in Palermo herauslesen. Die Stimmung unter den weltweit führenden Unternehmen ist ziemlich schlecht. Verstärkt wird dieser trübe Ausblick dadurch, dass fast wöchentlich die Prognosen für das US-Wachstum nach unten korrigiert werden. Hatte der US-Notenbank-Chef Alan Greenspan erst vor wenigen Tagen seine Erwartungen für das Wirtschaftswachstum in Amerika von rund drei Prozent auf 2,5 Prozent zurück genomnmen, geht der Chef des Internationalen Währungsfonds, Horst Köhler, beim G-7 Treffen noch weiter: Nach dem äußerst schwachen ersten Quartal sieht er die US-Wirtschaft in diesem Jahr allenfalls um 1,7 Prozent wachsen. Doch Amerika ist nicht das einzige Sorgenkind. Auch Asien wird immer mehr zum Wackelkandidaten: Japans Wirtschaft kommt seit über zehn Jahren nicht auf die Beine und leidet wie viele andere, vor allem südostasiatische Staaten, unter der abflauenden Nachfrage in den USA und entsprechend rückläufigem Export. Allein in der alten Welt scheint das Wachstum auskömmlich. Rund drei Prozent sagen die Ökonomen für Europa und zwischen 2,5 und drei Prozent für Deutschland voraus. Damit wird Europa immer mehr zur Konjunkturlokomotive. Dennoch: Die Europäer, besonders die Deutschen, sollten sich nicht zu sehr in Sicherheit wiegen und in ihren Reformbemühungen nicht nachlassen. Auch Europa wird die schwächere Nachfrage aus den USA und denDrittländern zu spüren bekommen. Und ein steigender Ölpreis könnte noch einen Strich durch die Rechnungen machen. Auch wir leben auf keiner Insel der Seligen.

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