Wirtschaft : Gabriel wirbt um die IG Metall Das Ziel: Arbeit muss wieder Wert bekommen

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Frankfurt am Main - Nach dem Versprechen des SPD-Chefs ging ein Raunen durch den Saal. „Wir werden nichts zustimmen im Koalitionsvertrag, bei dem die Gewerkschaften sagen: Das ist uns nicht genug.“ So recht glauben wollten die knapp 500 Delegierten des IG-Metall-Kongresses Sigmar Gabriel das nicht. Und der beeilte sich denn auch am Sonntag in Frankfurt am Main, eine Einschränkung hinterherzuschicken. „In der Politik muss man sich auch selber etwas zumuten“, also Kompromisse machen.

Was die SPD dafür will? Die Begrenzung von Leih- und Zeitarbeit sowie des „Werkvertragsarbeiterunwesens“, gleicher Lohn für gleiche Arbeit, bessere Bezahlung für Pflegeberufe, eine Frauenquote und die doppelte Staatsbürgerschaft will die SPD durchsetzen. Und eine „armutsfeste Solidarrente“. Wer 45 Jahre gearbeitet und Beiträge gezahlt hat, der soll künftig abschlagsfrei in Rente gehen dürfen. „Das wird einer der schwierigsten Punkte in den Verhandlungen sein“, sagte Gabriel.

DGB-Chef Michael Sommer hatte zuvor in einem Grußwort Zweifel am Zusammenschluss von Union und SPD geäußert. „Bei einer großen Koalition muss auch Großes herauskommen.“ Seit der Agendapolitik Gerhard Schröders ist das Misstrauen der Gewerkschafter gegenüber der SPD groß. Das weiß auch Gabriel. Man müsse „auch in der Sozialdemokratie zu einer Korrektur kommen“, sagte der Parteichef und nannte die Agenda 2010. „Im Mittelpunkt der SPD“ solle künftig die Frage stehen, „ob wir der Arbeit den ihr gebührenden Wert zumessen“. Das Thema „Gute Arbeit für ein gutes Leben“ hat sich die IG Metall auf ihre roten Fahnen geschrieben. „Lasst uns eng beieinander bleiben“, appellierte Gabriel an die Metaller.

Auf dem zweitägigen Kongress in Frankfurt geht es aber nur am Rande um Inhalte. Die Verabschiedung von Berthold Huber und die Wahl von Detlef Wetzel zu seinem Nachfolger im Amt des ersten Vorsitzenden steht im Vordergrund. An diesem Montag wird Bundeskanzlerin Angela Merkel zu den Delegierten sprechen.Alfons Frese

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