Wirtschaft : Gaddum gibt EWU Flankenschutz

Deutschland gut gerüstet BONN (kö).Der Finanzplatz Deutschland geht gut gerüstet in die Europäische Währungsunion (EWU) und könnte seine internationale Position in der Zukunft weiter verbessern.Das sagte Johann Wilhelm Gaddum, Vizepräsident der Deutschen Bundesbank, am Dienstag vor dem Wirtschaftsrat der CDU.Gaddum lobte die "heilsame Wirkung der Maastrichter Konvergenzkriterien, die zu historisch niedrigen Inflationsraten und Kapitalmarktzinsen in Europa geführt haben." Allerdings müsse nach Ansicht des Zentralbankers auch nach Erreichen der Euro-Ziellinie in den einzelnen Mitgliedsländern an einer soliden Wirtschafts- und Finanzpolitik festgehalten werden, um nicht mit einer stabilitätsorientierten europäischen Geldpolitik in Konflikt zu geraten. Gaddum sieht in der Einführung des Euro zwar eine entscheidende Voraussetzungen für die Entwicklung eines "großen länderübergreifenden Euro-Kapitalmarktes", allerdings verbleiben die Haushalts- und Steuerpolitik in nationaler Verantwortung.Dies werde, so Gaddum, die Harmonisierung der europäischen Finanzmärkte verzögern.Der Wegfall des Währungsschleiers durch die Einführung einer einheitlichen Währung werde die Bonitätsunterschiede innerhalb Europas stärker als bisher hervortreten lassen und stärke somit den Wettbewerb. Die Auswirkungen der Europäischen Währungsunion auf den Aktienmarkt werden nach Ansicht des Zentralbankers voraussichtlich geringer sein als auf den Rentenmarkt.Dennoch würden sich die Möglichkeiten zur Eigenkapitalbeschaffung für viele Unternehmen in einem großen Euro-Kapitalmarkt verbessern.Für die Banken bedeute die Markterweiterung die Notwendigkeit zur Neuausrichtung.Dabei spreche vieles dafür, daß die Antwort nicht in einer einseitigen Größenorientierung zu finden sein wird, so Gaddum.

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