Wirtschaft : Galerie bietet Service für Kunden und Künstler

SIGRUN SCHUBERT

BERLIN .Barbara Büttner-Parsch war es leid.Die Vorbereitung für eine eigene Kunst-Ausstellung verschlang viel mehr Zeit und Geld als geplant.Einladungen, Poster, Transport, Beleuchtung und Rahmen mußten organisiert werden - für jedes Element gab es einen anderen Ansprechpartner."Außerdem haben sich alle ziemlich arrogant und dusselig angestellt", sagt die Kunstliebhaberin.Für sie und ihren Mann, Toralf Parsch, stand fest: Das können wir besser.

Ausstellungsräume gab es genug, das war beiden klar.Aber eine Galerie, die als Dienstleister auftritt und die gesamte Präsentation des Werkes inklusive Rahmung, Beleuchtung, des Drucks von Postern und Eintrittskarten übernimmt und mit den Künstlern über Jahre zusammenarbeitet, gab es nicht."Eine Marktlücke", sagten sich die beiden und begannen mit dem Aufbau der Galerie Büttner & Partner.Sie fanden die geeigneten Ausstellungsräume in der Gleditschstraße in Schöneberg und investierten rund 80 000 DM in die Rahmungswerkstatt.Die Werkstatt bildet das zweite Standbein des Unternehmens: Hier kann jeder sich den passenden Rahmen für Bilder anfertigen lassen, ganz gleich, ob er sie in der Galerie oder anderswo gekauft hat.Zudem legten die beiden Kunst-Fans einen Grundstock von rund 200 Rahmen für die verschiedenen Ausstellungen an.Da die Rahmen über Jahre verwendet werden können, reduzieren sich die Kosten für Rahmen von 5000 auf etwa 250 DM pro Ausstellung.Zum Konzept der Galerie gehört, daß Berührungsängste mit Kunst bei den Betrachtern möglichst gar nicht erst entstehen sollen.Deshalb nehmen die Galeristen in jede Ausstellung Werke auf, die "sich jeder leisten kann".Die Spanne reicht von 50 bis 5000 DM.Wer sich nicht sofort für ein Bild entscheiden kann, darf es für ein Vierteljahr auf Probe nach Hause nehmen.

Die Verbindung von modernem Management und Kunst soll der Galerie den Erfolg bringen.Nachvollziehbare Preise, Qualitätsstandards und eine umfassende Dokumentation sind die Eckpfeiler des Unternehmens.Damit die Kunst nicht zur Massenware wird, limitieren die Galeristen beispielsweise Drucke auf maximal 27 Exemplare.Außerdem muß jeder Künstler ein Werkverzeichnis anlegen, damit die Herkunft jedes Bildes eindeutig belegt werden kann.Sieben Künstler aus drei Ländern arbeiten mit den Galeristen zusammen.Bisher ist das Ehepaar mit ihrem Konzept gut gefahren: Seit der Gründung im Oktober 1997 organisierten sie sechs Ausstellungen in den eigenen Räumen und schrieben in jedem Monat zumindest eine schwarze Null.In diesem Jahr soll der Umsatz auf rund 200 000 DM steigen, bei etwa 250 000 bis 300 000 DM jährlich ist die Kapazität der Galerie ausgelastet.Ein ausgeglichenes Ergebnis wollen sie schon in ihrem ersten Geschäftsjahr erreichen.Bis zum Jahr 2000 sollen etwa zehn Arbeitsplätze geschaffen werden.Das professionelle Management ist für die Inhaber Programm: "So blauäugig, nur Kunst zu machen, waren wir nie".

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