Wirtschaft : Ganz vorn beim Tourismus Senator Wolf rechnet mit drei Prozent Wachstum

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Berlin - Besonders laut tönte es nicht, als Wirtschaftssenator Harald Wolf den jüngsten Wirtschaftsbericht seiner Verwaltung kommentierte. „Berlins Wirtschaft befindet sich weiter auf stabilem Kurs.“ Der Spitzenkandidat der Berliner Linken widerstand kurz vor der Wahl der Versuchung, das Wachstum, das er in diesem Jahr bei drei Prozent veranschlagt, mit der eigenen Politik zu erklären. So großartig sehen die Zahlen auch nicht aus. Richtig gut entwickelt sich der Tourismus, und der Beschäftigungsaufbau in der Industrie ist erfreulich. Doch die Arbeitslosigkeit bleibt hoch, und der Umsatz der Industrie stieg im ersten Halbjahr mit 5,5 Prozent weniger als halb so kräftig wie in der Bundesrepublik insgesamt (14,4 Prozent). Immerhin: In allen Industriebetrieben mit mehr als 50 Beschäftigten zählten die Statistiker zuletzt 105 600 Arbeitnehmer, das waren gut 2 000 mehr als vor einem Jahr.

Alles in allem waren in der Hauptstadt Mitte des Jahres 1,152 Millionen Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt – 29 000 mehr als vor einem Jahr. Neben der Industrie gab es mehr Arbeitsplätze auf dem Bau (1 900) und im Dienstleistungsbereich (9 500); zu den Letztgenannten gehören 2 100 Leiharbeitskräfte. Trotz dieser zusätzlichen Arbeitsplätze gab es kaum Veränderungen bei der Arbeitslosenzahl, die im August bei 230 825 lag. Zuzügler aus allen möglichen Regionen und Pendler aus dem Umland besetzen zusätzliche Arbeitsstellen, so dass die Erwerbslosenzahl stagniert.

„Der Tourismus steuert auf ein neues Rekordjahr zu“, sagte der Wirtschaftssenator über die 4,57 Millionen Gäste, die im ersten Halbjahr in die Stadt kamen (plus 8,2 Prozent). Rund 35 Prozent davon aus dem Ausland. Die größte Besuchergruppe stellte im ersten Halbjahr 2011 Großbritannien mit 168 000 Reisenden. Auf den weiteren Plätzen folgen Italiener (123 500), Amerikaner (122 900) und Holländer (118 600). Den Besuchern stehen inzwischen gut 120 000 Betten (in Beherbergungsbetrieben mit mehr als neun Betten) zur Verfügung, knapp acht Prozent mehr als vor einem Jahr. Die durchschnittliche Auslastung dieser Schlafstätten lag mit 48,1 Prozent nur marginal über dem Vorjahresstand (48,0 Prozent). Alfons Frese

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