Gasag-Chef im Interview : "Wir heben unsere Preise dieses Jahr nicht an"

Gasag-Chef Stefan Grützmacher über den kalten Frühling, die Gaspreise und den Kampf der Gasag ums Berliner Gasnetz.

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Stefan Grützmacher Foto: Thilo Rückeis
Stefan GrützmacherFoto: Thilo Rückeis

Herr Grützmacher. Haben Ihnen die vergangenen zwei kalten Wochen eigentlich Freude bereitet?

Nein, der Mai fällt beim Gas-Absatz kaum ins Gewicht. Der März war aber auch außergewöhnlich kalt, da haben wir ein Drittel mehr Gas abgesetzt als üblich. Dafür war es aber an Weihnachten sehr warm.

Was tut sich bei den Preisen?

Die Großhandelspreise entwickeln sich seit geraumer Zeit seitwärts. Allerdings konnten wir im vergangenen Jahr günstiger einkaufen und die Preise für unsere Kunden senken, geringfügig zwar, aber als einer der ganz wenigen Anbieter.

Das ging, weil sich Ihr Haus vor Gericht von langfristigen Knebelverträgen Ihrer Lieferanten befreien konnte.

Von Knebelverträgen würde ich nicht reden. Die von Ihnen angesprochenen langfristigen Beschaffungsverträge, die an den Ölpreis gekoppelt waren, hatten lange eine Berechtigung. Die abzuschließen, war Praxis über Jahrzehnte. Aber es stimmt, mittlerweile hat sich ein Gasmarkt unabhängig vom Öl entwickelt, weshalb die deutschen Importeure bei den Lieferanten aus Russland, Norwegen und den Niederlanden nach verhandelt haben, und bessere Preise an uns weitergeben konnten.

An den Rohstoffbörsen sinken die Gaspreise mittel- und langfristig. Als Grund gelten die Gasschwemme durch das Fracking in den USA und die weiteren Verbreitung von Flüssiggas. Wann kommt der Trend bei Ihren Kunden an?

Wenn man die Preise der Energieträger vergleicht, sieht man aber: Erdgas ist im Vergleich zum Heizöl in den letzten zwei bis drei Jahren viel billiger – und damit wettbewerbsfähiger – geworden. Dass die Preise im Großhandel weiter sinken werden, sehe ich aber noch nicht. Immerhin kann ich schon jetzt sagen, dass wir unsere Preise in diesem Jahr wohl nicht mehr anheben müssen. Was ab Januar oder Februar 2014 passiert, lässt sich noch nicht absehen.

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