Wirtschaft : Gasmarkt: RWE expandiert in Niederlanden

Der Essener Energiekonzern RWE baut seine Position auf dem niederländischen Gasmarkt durch den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an der Brabanter Obragas Holding weiter aus. "Mit Obragas wird RWE fünftgrößter Anbieter auf dem wirtschaftlich wichtigen niederländischen Gasmarkt. Zugleich stärkt der RWE-Konzern seine Position im internationalen Gasgeschäft", sagte der Vorstandsvorsitzende von RWE Gas, Manfred Scholle. Der Kaufpreis betrage 329 Millionen Euro und werde aus eigenen Mitteln finanziert, ließ der RWE-Konzern verlautbaren.

Nach dem Erwerb der niederländischen Gasversorgungsunternehmen N.V. Nutsbedrijf Haarlemmermeer und Intergas N.V. ist Obragas bereits die dritte Akquisition des Essener Konzerns im Nachbarland. Die Übernahme wird von der Geschäftsführung und dem Aufsichtsrat des Unternehmens unterstützt und soll rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres erfolgen. Obragas beliefert in den Niederlanden rund 184 000 Kunden und erzielt einen Umsatz von rund 133 Millionen Euro (260 Millionen Mark). Die Aktionärsversammlung der Obragas, der Aufsichtsrat der RWE AG und die zuständigen niederländischen Behörden müssen der Übernahme noch zustimmen.

Insgesamt versorgt RWE Gas in den Niederlanden rund 365 000 Kunden. Dies entspricht einem Marktanteil von etwa sieben Prozent. Darüber hinaus ist RWE Gas in Ungarn, Polen sowie der Tschechischen und der Slowakischen Republik tätig. In Deutschland belegt das Essener Unternehmen nach eigenen Angaben unter Berücksichtigung seiner Beteiligungen den zweiten Rang unter den Gasanbietern.

Bei Großaktionären des Energiekonzerns gibt es nach einem Bericht der Financial Times Deutschland Überlegungen, Vorstandschef Dietmar Kuhnt zu einem Wechsel in den Aufsichtsrat zu bewegen. Der 63-Jährige könne dann West-LB-Chef Friedel Neuber an der Spitze des Kontrollgremiums des Unternehmens ablösen, hieß es in dem Bericht. Als mögliche Kandidaten für die Kuhnt-Nachfolge nannte die Zeitung die RWE-Vorstandsmitglieder Richard Klein, Klaus Sturany und Manfred Remmel. Der RWE-Konzern wollte den Bericht am Freitag nicht kommentieren.

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