Wirtschaft : Gasprom und Total fördern gemeinsam Gas Vertrag besiegelt / Franzosen investieren Milliarden

Moskau - Der russische Gasmonopolist Gasprom und der französische Energie-Konzern Total haben ihre Zusammenarbeit bei der Erschließung des russischen Gasfeldes Schtokman besiegelt. Gasprom-Vizechef Alexander Ananenkow und Total-Chef Christophe de Margerie unterschrieben den Vertrag am Freitag in Moskau. Danach beteiligt sich Total mit 25 Prozent an der Erschließung des größten Gasfeldes der Welt in der Barentssee. Gasprom behält mindestens 51 Prozent, die Entwicklungslizenz und die gesamten geförderten Rohstoffe. Die Präsidenten von Russland und Frankreich, Wladimir Putin und Nicolas Sarkozy, hatten die Zusammenarbeit bereits am Mittwoch telefonisch abgesprochen.

Das Schtokman-Feld könnte mit geschätzten Reserven von 3,7 Billionen Kubikmetern Erdgas die gesamte Welt mehr als ein Jahr lang mit Gas versorgen. Die Lieferungen aus dem Feld durch Pipelines sollen im Jahr 2013 beginnen. Ein Jahr später sollen auch die ersten Schiffe mit Flüssiggas ablegen. Ein großer Teil des Gases soll nach Europa verkauft werden. Total werde für die Erschließung vier bis fünf Milliarden Dollar (2,9 bis 3,6 Milliarden Euro) investieren, kündigte de Margerie an. Es handle sich um Investitionen über mehrere Jahre.

Die russische Wirtschaftszeitung „Kommersant“ schrieb am Freitag, das Telefongespräch zwischen Sarkozy und Putin am Mittwoch habe Total das Abkommen mit Gasprom gesichert. Die Beteiligung an der Erschließung von Schtokman sei „nach mehreren Jahren des Scheiterns der erste große Erfolg für Total in Russland“. Den Ausschlag dafür habe die Wahl Sarkozys gegeben, auf den Putin nun setze, da viele seiner Freunde in der Politik wie Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) oder der ehemalige italienische Regierungschef Silvio Berlusconi nicht mehr im Amt seien. Frankreich unter der neuen Regierung könne innerhalb der Europäischen Union Attacken gegen Russland auffangen.

Der Kreml hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass Sarkozy und Putin bei ihrem Telefonat über „Perspektiven der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, insbesondere auf dem Feld der Energie“, gesprochen hatten.

Putin will die Kontrolle über den strategisch wichtigen Energiesektor in nationaler Hand halten, ausländische Konzerne können nur noch Minderheitsbeteiligungen erwerben. So sind etwa die deutschen Konzerne Eon Ruhrgas und die BASF-Tochter Wintershall nur zusammen mit Gasprom an Gasfeldern oder Pipelines beteiligt, etwa bei der Ausbeutung des Gasfelds Juschno Russkoje in Westsibirien oder beim Bau der Ostsee-Pipeline. AFP

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