Wirtschaft : Gastronomie: Arbeitslose nicht zur Arbeit zwingen Durch Hartz IV steigt die Zahl der Bewerber

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Berlin – Langzeitarbeitslose sind inzwischen offenbar eher bereit, auch niedrig qualifizierte Tätigkeiten in Hotels und Gaststätten anzunehmen. „In Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit gibt es mehr Bewerber“, sagt Arbeitsmarktsexpertin Sandra Warden vom Deutschen Hotel und Gaststättenverband (Dehoga). Es sei zwar noch kein „allgemeiner Trend“ zu beobachten, aber zumindest eine „vorsichtige Bewegung“ bei einigen Unternehmen in bestimmten Regionen.

Mit Hartz IV bekommt ein Teil der Arbeitslosen weniger Geld als bisher. Außerdem gelten strengere Kriterien, welche Tätigkeiten zumutbar sind. Der Dehoga ist aber skeptisch, dass Arbeitslose gezwungen werden können, einen Job anzunehmen. „Wenn die Leute nicht motiviert sind, bringt das einem Betrieb nichts“, sagt Warden. Ein Großteil der Beschäftigten sei schließlich im Service tätig, nur wenige in der Spül- oder Vorbereitungsküche. „Eine muffelige Bedienung kann sich kein Gastronom leisten.“

Auf ausländische Saisonkräfte aus Osteuropa will die Branche auch in Zukunft nicht verzichten. „Wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht“, sagt Warden. Bisher durften die Saisonkräfte pro Jahr maximal drei Monate in Deutschland arbeiten, seit 2005 vier Monate. Viele Saisonarbeiter kommen jedes Jahr wieder an den gleichen Ort, vor allem in Hotels und Gaststätten in Urlaubsregionen. Aber auch zahlreiche deutsche Aushilfskräfte unterstützen Hotellerie und Gastronomie während der Spitzenbelastung in der Saison – etwa am Wochenende. Viele dieser Mitarbeiter seien als 400-Euro-Minijobber beschäftigt, sagt Dehoga-Expertin Warden. Häufig seien das Personen, die sich zusätzlich zu ihrem Hauptverdienst etwas dazu verdienen wollten. ce

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