Gasverhandlungen : Kein Fortschritt zwischen Moskau und Minsk

Kurz vor Jahresende haben der russische Konzern Gazprom und Vertreter Weißrusslands noch keine Einigung über neue Gasverträge für 2007 erzielt.

Moskau - Neue Verhandlungen in Moskau hätten keine Fortschritte gebracht, sagte Gazprom-Sprecher Sergej Kuprijanow. Ein Vertragabschluss sei erst zu erwarten, wenn Weißrussland seinen Vize-Regierungschef Wladimir Semaschko als Chefunterhändler entsende.

Aus Weißrussland war am Freitag zunächst Vize-Energieminister Eduard Towpenez zu Gesprächen in die russische Hauptstadt gekommen. Falls sich beide Seiten nicht einigen, will Gazprom Minsk am 1. Januar den Gashahn zudrehen. Weißrussland droht seinerseits damit, den Transit von russischem Gas Richtung Westeuropa zu stoppen. Semaschko sei jederzeit bereit, nach Moskau zu fliegen, sagte ein Vertreter der weißrussischen Gastransitfirma Beltransgas.

Das Angebot an Weißrussland sei "sehr komfortabel", unterstrich Kuprijanow. Gazprom verlangt mit 105 Dollar für 1000 Kubikmeter Gas mehr als das Doppelte des bisherigen Tarifs sowie die Kontrolle über Beltransgas. 30 Dollar könne Weißrussland mit Aktien der staatlichen Transitfirma Beltransgas abgelten. Minsk will dagegen nicht mehr als 75 Dollar bezahlen. Russische Experten berechneten, dass Weißrussland bei einem Lieferstopp Gasvorräte für etwa zwei Wochen habe. (tso/dpa)

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