Gasversorgung : Nabucco-Pipeline wird kürzer und kürzer

Die Geschichte der Nabucco-Pipeline ist eine Geschichte mit vielen Rückschlägen. Nun bekommt die geschrumpfte Gasleitung nach Europa eine neue Lücke.

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Wer am Mittwochnachmittag das Büro des Nabucco-Konsortiums in Wien anrufen wollte, konnte annehmen, das Milliardenprojekt sei bereits Geschichte: „Kein Anschluss unter dieser Nummer“, hörte man. Es habe einen Fehler an der Telefonanlage gegeben, versicherte ein Sprecher später. Auch Gerüchte, Nabucco stünde vor dem Aus, seien falsch.

Vor gut vier Jahren hatten sich sechs europäische Energiekonzerne aus sechs Ländern zusammengeschlossen, um Gas aus dem kaspischen Raum – vorbei an Russland – nach Mitteleuropa zu transportieren. Als führend im Konsortium gilt die österreichische OMV, Deutschland ist mit RWE vertreten. Der Baustart wurde mehrfach verschoben, da es den Nabucco-Partnern bisher nicht gelungen ist, sich Zugriff auf Gasmengen, etwa aus Aserbaidschan, zu sichern. Zudem haben die Aserbaidschaner mittlerweile die Absicht erklärt, ihr Gas lieber mit türkischen Partnern gen Westen zu bringen.

Nun gibt sich das Nabucco-Konsortium damit zufrieden, nur den zweiten Teil der Pipeline, von der türkisch-bulgarischen Grenze bis nach Wien, zu bauen. Nabucco-Sprecher Christian Dolezal bestätigte gestern, dass man derzeit die kleine Lösung „Nabucco-West“ prüfe. Doch selbst diese halbe Pipeline bekommt nun eine Lücke: Der ungarische Nabucco-Partner Mol teilte gestern mit, dass es eine weitere Finanzierung des Projektes „nicht für gangbar“ hält.

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