Wirtschaft : Gaswirtschaft fürchtet Arbeitsplatzabbau

kvo

Den Beschäftigten der deutschen Gaswirtschaft droht bis zum August 2001 der Verlust von etwa 10 000 Arbeitsplätzen. Der Vorsitzende des Bundesverbandes der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW), Ulrich Hartmann, begründete dies am Dienstag in Berlin mit den steigenden Erdgaspreisen. Bereits in den vergangenen fünf Jahren seien rund 30 000 Arbeitsplätze abgebaut worden. Die Preise auf dem Gasmarkt dürften auch mit der ab Sommer geplanten Liberalisierung des deutschen Gasmarktes nicht wesentlich sinken, da sie von den Preisen auf dem Ölmarkt abhängig sind. Statt dessen werde der Rationalisierungsdruck weiter steigen, sagte Hartmann.

Der BGW-Präsident erwartet, dass die Verbändevereinbarung für den freien Netzzugang Ende Juli fertig sein werde. Zunächst werde jedoch nur die Industrie vom freien Gasmarkt profitieren. Für die privaten Haushalte werde sich der Wettbewerb voraussichtlich erst im kommenden Jahr auszahlen. Gaswirtschaft und Industrie hatten sich Mitte März auf Eckpunkte für eine Durchleitung von Gas durch fremde Netze verständigt.

Auch einer Liberalisierung der Wasserversorgung stehe man grundsätzlich offen gegenüber, sagte der für das Wassergeschäft zuständige BGW-Sprecher Ortwin Scholz. Jedoch lehne der Verband einen nationalen Alleingang ab. "Wenn wir den hohen Standard unseres Wassers halten wollen, müssen auch die Spielregeln stimmen", sagte Scholz. Scholz forderte das Bundesgesundheitsministerium auf, die in einem Entwurf vorgesehene Verschärfung der EU-Trinkwasser-Richtlinie zu streichen.

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