Wirtschaft : Gazprom droht EU-Strafe

Russen sollen Marktmacht ausgenutzt haben.

Vilnius - Die EU-Kommission nimmt sich den russischen Energiekonzern Gazprom wegen dessen Marktmacht in Osteuropa vor. Derzeit werde eine Mitteilung mit den Beschwerdepunkten gegen das Staatsunternehmen vorbereitet, sagte EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia am Donnerstag auf einer Konferenz in der litauischen Hauptstadt Vilnius. Es sei noch zu früh, um die nächsten Schritte vorherzusagen. Die Kommission kann Gazprom mit einer Strafe von bis zu 15 Milliarden Dollar belegen. Ein mit der Sache Vertrauter sagte, die Behörde wolle bis Jahresende handeln.

Der russische Monopolist bei Gasexporten bedient ein Viertel der Nachfrage in Europa. Die Regierung in Moskau hatte schon zuvor die Versuche der EU kritisiert, den Wettbewerb im Energiemarkt zu stärken und sich unabhängiger von Lieferungen aus Russland machen zu wollen.

Das EU-Verfahren war vor über einem Jahr eröffnet worden, nachdem mehrere Büros von Gazprom in Osteuropa durchsucht worden waren. Die Kommission prüft, ob die Russen Gaslieferungen zwischen den EU-Ländern behindert haben. Auch die Koppelung des Gaspreises an den Ölpreis durch Gazprom steht auf dem Prüfstand. Untersucht werden nach Almunias Angaben die Geschäfte von Gazprom in den drei baltischen Staaten sowie Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Bulgarien. rtr

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