Gazprom : Nervenkrieg um Gaslieferungen

Der Gasstreit zwischen Russland und Weißrussland ist auch einen Tag vor Ablauf der alten Lieferverträge nicht gelöst. Inzwischen ist der weißrussische Chefunterhändler Semaschko in Moskau eingetroffen.

Moskau/Minsk - Weißrussische Angaben vom Samstagabend über eine Einigung wurden vom russischen Konzern Gazprom in Moskau nicht bestätigt. Beide Seiten bereiteten sich auf eine mögliche Abschaltung russischer Gaslieferungen ab dem Neujahrstag vor, berichteten russische Medien.

Der weißrussische Vize-Ministerpräsident Wladimir Semaschko sagte am Samstagabend in Minsk, man habe sich auf einen Preis von 100 US-Dollar für 1000 Kubikmeter russisches Gas geeinigt. Weißrussland werde die Hälfte seiner staatlichen Gastransportfirma Beltransgas für 2,5 Milliarden Dollar an Gazprom abtreten.

Gazprom bereitet sich auf "kritische Entwicklung" vor

Dagegen sagte Gazprom-Sprecher Sergej Kuprijanow in Moskau, dies sei die weißrussische Verhandlungsposition, aber nicht von beiden Seiten vereinbart. "Ohne einen Vertrag können wir kein Gas liefern", sagte er. Gazprom bereite sich auf eine "kritische Entwicklung der Ereignisse" vor. Semaschko traf am Sonntag zu Verhandlungen in Moskau ein.

Bei einem russischen Lieferstopp will Weißrussland seinerseits den Gas-Transit Richtung Westen blockieren. Nach Angaben deutscher Gasversorger ist aber kaum mit Auswirkungen für westliche Verbraucher zu rechnen. (tso/dpa)

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