Wirtschaft : Gazprom: Spitze des russischden Gas-Produzenten wird neu gewählt - Deutscher Aufsichtsrat möglich

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Am heutigen Freitag beginnt eine neue Runde im Ringen um die Macht in der Gazprom. Auf der Hauptversammlung wird sich entscheiden, ob Rem Wjachirew an der Spitze des Gas-Produzenten bleibt, der zugleich die wichtigste Devisenquelle der russischen Regierung ist. Angeblich begehrt Alexander Woloschin, Chef des Präsidialamtes, den Posten. Gegenüber der Putin-Regierung hat sich der einst Kreml-treue Wjachirew nicht mehr so kooperativ verhalten. Wjachirew, seit 1992 Vorstandsvorsitzender der Gazprom, unterstützte bei der Dumawahl im Dezember zunächst das Bündnis der Moskauer Bürgermeisters Jurij Luschkow und des Ex-Premiers Jewgenij Primakow. Erst auf Druck Putins flossen Gazprom-Gelder in die Kassen der Putin-treuen "Einheit". Unter Wjachirews Ägide hatte die Gazprom bereits im Jahre 1996 den Wahlkampf Jelzins mitfinanziert, wofür ihr der Kreml damals Steuerermäßigungen gewährte. Der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende, der einstige Ministerpräsident, Viktor Tschernomyrdin will heute von seinem Posten zurücktreten. Auch die Wahl der elf Aufsichtsrats-Mitglieder steht auf dem Programm der Hauptversammlung. Einer der 24 Kandidaten ist der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Ruhrgas, Burckhard Bergmann, die vier Prozent an Gazprom-Aktien hält. Wie Bergmann, der im kommenden Jahr der Vorstandsvorsitzende der Ruhrgas sein wird, dem Tagesspiegel sagte, hat er auf den Vorschlag von Gazprom-Mitarbeitern hin für einen Posten im Aufsichtsrat kandidiert. In der Geschichte der Gazprom - wie in der Geschichte Russlands überhaupt - wäre es revolutionär, wenn ein Deutscher in diesem Gremium säße.

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