Wirtschaft : Gebühren müssen nicht sein

HANNELORE HÖLBÜNG

Umfassende Gratisbetreuung für BundeswertpapiereVON HANNELORE HÖLBÜNG

Zu den wenigen Behörden, die sich bei den Bürgern solider Sympathien erfreuen, gehört ein äußerlich unscheinbares Amt in Bad Homburg: die Bundesschuldenverwaltung, die nicht nur das tut, was ihr Name sagt, sondern daneben den Gläubigern des Bundes, also den Inhabern von Schatzbriefen, Finanzierungsschätzen, Obligationen und Anleihen samt Varianten einen umfassenden gebührenfreien Depotservice bietet. Daß Geldanlegen nicht nur Geld bringt, sondern auch welches kostet, erfahren Wertpapierkäufer spätestens dann, wenn die erste Depotabrechnung ihrer Hausbank kommt.Bei größeren Anlagesummen geht es um Gebühren im Promillebereich: 1 bis 1,25 Prozent.Richtig teuer aber wird es für den, der mit relativ bescheidenen Beträgen dabei ist.Dann werden Mindestgebühren fällig, von 10 DM bis zu 30 DM und mehr. Wer sich für eine Schuldbucheintragung in Bad Homburg interessiert, wendet sich an seine Hausbank, erteilt ihr den Kaufauftrag für die gewünschten Bundespapiere und veranlaßt sie gleichzeitig, die Schätzchen oder Anleihen auf ein noch zu eröffnendes Konto bei der Bundesschuldenverwaltung zu übertragen.Für die Kontoeröffnung gibt es Formulare, die entweder die Bank vorrätig hat oder die man in Bad Homburg (Bundesschuldenverwaltung, 61342 Bad Homburg v.d.Höhe) abrufen kann.Auf dem ausgefüllten Antrag bestätigt dann das Geldinstitut (gebührenfrei) die Unterschrift des Kunden, der Antrag wird weitergeleitet, das Konto eröffnet, der Kunde erhält die Kontonummer.Fortan muß nur noch auf der Kauforder an die Hausbank diese Kontonummer vermerkt sein. Über eines muß sich der Inhaber eines Schuldbuchkontos im klaren sein: Kaufen muß er Bundespapiere nach wie vor über seine Bank oder Sparkasse.Bad Homburg übernimmt neben der Depotbetreuung die vorzeitige Rückgabe beziehungsweise den Umtausch von Schatzbriefen, die Übertragung auf Dritte und bei Börsenpapieren wie Obligationen und Bundesanleihen den Verkauf.Verkaufsaufträge läßt die Bundesschuldenverwaltung von der Deutschen Bundesbank ausführen.Abgerechnet wird zum Kurs der Frankfurter Börse vom Tag des Auftragseingangs bei der Bundesbank.Ein Kurslimit kann nicht beachtet werden.Als Verkaufsprovision werden 0,4 Prozent des Kurswertes fällig.Während der letzten 15 Tage vor der Zinszahlung werden keine Verkaufsaufträge ausgeführt. Zwischen dem Kauf der Papiere und der Benachrichtigung über den Schuldbucheintrag können bis zu drei Wochen vergehen.Darin sind allerdings der Postlauf und die Bearbeitungszeiten bei den Banken eingeschlossen.Beim Verkauf von Börsentiteln wird der Erlös spätestens nach drei Wochen gutgeschrieben.Diese Zeit ist für Postwege, Bearbeitung und den Überweisungsweg notwendig.

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