Wirtschaft : Gebührensenkung für Telefon angekündigt

Preiserhöhung im Kabel-TV

BONN (dpa/AP).Die Telefongebühren werden im kommenden Jahr um etwa fünf Prozent gesenkt.Das kündigte Telekom-Chef Ron Sommer in der "Bild am Sonntag" an.Vor allem Langzeit-Telefonate würden billiger.Je länger und je weiter telefoniert werde, je mehr mache sich die Tarifsenkung bemerkbar, sagte Sommer in dem am Sonnabend vorab veröffentlichten Interview.Das Kurztelefonat werde weiter zwölf Pfennig kosten.Besonders günstig werde das Telefonieren über das Internet.Dagegen werde die Telefonauskunft teurer."Dazu sind wir verpflichtet, weil sie bisher nicht kostendeckend arbeitet", erklärte Sommer.Dafür erhielten die Kunden künftig nicht nur die Telefon-Nummer, sondern auch die Adresse. Der Telekom-Chef wandte sich gegen Kritik an den bis zu 27 Prozent höheren Gebühren im Kabel-Fernsehen.Die angepeilte Preissteigerung bleibe die absolute Ausnahme für drei Prozent der Kabelkunden, deren Gemeinschaftsanschluß vor dem 1.Juli 1991 gelegt worden sei.Ansonsten werde der Preis von 22,50 auf 25,90 DM im Monat erhöht.Das sei notwendig geworden, weil zwei neue Programme eingespeist würden.Dazu würden dringend notwendige Zukunftsinvestitionen vorgenommen.Die Deutsche Telekom AG hatte im Streit um die Bereitstellung ungenutzter TV-Kanäle im Breitband-Kabelnetz eingelenkt.Nach einer Abmahnung durch das Bundeskartellamt gab sie jetzt zwei Sender für Anbieter analoger TV-Programme für eine Übergangszeit frei.Der EU-Kommission hat die Telekom im Streit um ihr Kabelnetz einen Vorschlag unterbreitet.Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet, soll das Kabelnetz in eine eigene Gesellschaft "T-Media-Net" überführt und dann an der Börse plaziert werden.Die EU-Kommission, die seit Monaten plant, gegen das Doppelmonopol (TV- Kabel und Telefonnetz) vorzugehen, wolle den Vorschlag prüfen. Im Streit über die Preise für die Netz-Zusammenschaltung mit ihren künftigen Wettbewerbern hatte die Telekom am Freitag eine Niederlage erlitten.Für die Durchleitung der Gespräche durch das Netz der Telekom darf der Noch-Monopolist von seinen Konkurrenten nur 2,7 Pfennig pro Minute verlangen, so der Schlichterspruch von Bundespostminister Wolfgang Bötsch.Die Telekom hatte sechs Pfennig gefordert.Bötsch war von der Telefongesellschaft Mannesmann-Arcor angerufen worden, weil sich das Unternehmen mit der Telekom nicht auf einen Preis verständigen konnte. Die Telekom hat die Entscheidung des Ministers scharf kritisiert.Sie sei wettbewerbsverzerrend, weil die Preise eindeutig unter den Gestehungskosten lägen.Die Telekom schließt auch eine Klage als Konsequenz der Entscheidung nicht aus.Telekom-Sprecher Jürgen Kindervater sagte am Sonnabend, als Reaktion seien auch höhere Grundgebühren oder Anschlußpreise möglich.Wenn sich die Konkurrenten so ins gemachte Netz setzen könnten, müsse die Telekom gegenhalten.Kindervater bestätigte ferner einen Bericht, wonach gegen Ron Sommer beim Landgericht Köln ein Antrag auf Beugehaft vorliege.Laut "Spiegel" wolle British Telecom so die Herausgabe von Rechnungsunterlagen erzwingen.Die Telekom habe mit ihrer internationalen Allianz Gobal One Geschäfte aufgenommen, bevor eine Genehmigung vorgelegen habe.

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