Gedämpfter Rummel : Schausteller rechnen mit Umsatzeinbruch

Die Schausteller und Markthändler in Deutschland blicken auf ein schwieriges Jahr zurück. Schlechtes Wetter und Terrorangst drücken den Umsatz.

AAAAHHHHHH! Die Einbrüche der Branche lagen zwischen zehn und 50 Prozent. 2011 soll ein schwieriges Jahr bleiben. Foto: dpa
AAAAHHHHHH! Die Einbrüche der Branche lagen zwischen zehn und 50 Prozent. 2011 soll ein schwieriges Jahr bleiben. Foto: dpaFoto: ddp

Berlin - Für 2010 sei mit einem Umsatzeinbruch zu rechnen, sagte Hans-Peter Arens, der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Schausteller und Marktkaufleute (BSM), am Montag in Berlin. Besonders hätten das die Betreiber von Kinderkarussells auf den Weihnachtsmärkten gespürt. Dort gab es Umsatzeinbußen von etwa 50 Prozent, betonte Arens. Bei Imbissgeschäften und dem normalen Handel schätzt er den Rückgang auf im Durchschnitt zehn bis 15 Prozent.

Grund für den Rückgang seien insbesondere das schlechte Wetter während der Weihnachtsmarktzeit sowie die Terrorwarnung von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), die unmittelbar zu Beginn der Weihnachtsmarktsaison ausgesprochen worden sei.

Auch für das laufende Jahr rechnet der Verband mit Schwierigkeiten. Nach dem Unglück bei der Duisburger Loveparade mit 21 Toten könnten die Sicherheitsanforderungen an Veranstaltungen so verschärft werden, dass sich die Durchführung gar nicht mehr lohne, sagte Arens. Es gebe Sicherheitskonzepte, bei denen die Fluchtwege so breit sein müssten, wie es die Straßen überhaupt nicht hergäben. Dabei unterscheide sich das Publikum auf den Märkten und Volksfesten „ganz wesentlich“ von dem der Loveparade. Die Feste würden eher von Familien besucht, die Gäste seien zudem nicht dermaßen alkoholisiert oder durch andere Drogen beeinflusst.

Zudem könne eine Übernahme der europäischen Dienstleistungsrichtlinie in deutsches Recht in diesem Jahr die regionalen Händler auf Wochenmärkten bedrohen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Werner Hammerschmidt. Die Richtlinie solle eigentlich Hemmnisse für grenzüberschreitenden Warenhandel beseitigen. In Deutschland planten dadurch aber einige Kommunen und Länder, „in vorauseilendem Gehorsam“ Wochenmarktsatzungen dahingehend zu verändern, dass Händler nur noch drei bis sechs Monate einen Standplatz bekommen. Hammerschmidt kritisierte dies als „unreflektiert“ und „unverhältnismäßig“. Bei den Markthändlern handle es sich um kleine Betriebe ohne europäische Relevanz. Sie seien auf Handlungs- und Planungssicherheit angewiesen.

Im deutschen Reisegewerbe sind nach BSM-Angaben 100 000 Personen beschäftigt. Der Verband vertritt Schausteller, Markthändler und Zirkusse. dapd

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