Wirtschaft : Gefahrenzone Internet

Innenminister fordert von Firmen mehr Schutz

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Berlin - Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat die Unternehmen der Informationswirtschaft aufgefordert, für mehr Sicherheit im Internet zu sorgen. „Ohne Informationstechnik geht es heute nicht, aber ohne Sicherheit eben auch nicht“, sagte Schäuble auf einer Veranstaltung der Initiative „Deutschland sicher im Netz“ am Dienstag in Berlin. „Die Sicherheitslage ist höchst prekär“, sagte Schäuble, Deutschland sei noch lange nicht sicher im Netz. Er verwies darauf, dass nicht nur die Zahl der Angriffe aus dem Netz zunehme, diese würden auch immer gefährlicher.

Die Initiative startete im Januar 2005 (www.sicher-im-netz.de). 14 Partner aus Firmen, Verbänden und Politik sind dabei – unter anderem Microsoft, Ebay, SAP und Deutsche Telekom, aber auch das Deutsche Kinderhilfswerk und die Deutsche Gesellschaft für IT-Sicherheit. Ziel ist es, Anwender vor Sicherheitsproblemen und Kriminalität im Internet zu schützen und zu einem bewussten Umgang mit IT-Technik zu motivieren.

Während die Unternehmen eine positive Bilanz der bisherigen Arbeit zogen, wies Innenminister Schäuble darauf hin, dass es in den Bereichen Einkaufen im Internet und Software noch Defizite gebe. Microsoft-Chef Steve Ballmer entgegnete, sein Unternehmen sei in Sachen Sicherheit sehr engagiert. Software von Microsoft gilt als besonders lohnendes Angriffsziel, weil sie auf fast allen Rechnern weltweit läuft. Ballmer kündigte an, das Vorbild von „Deutschland sicher im Netz“ nutzen zu wollen, um in den USA eine ähnliche Initiative zu starten. „Wir müssen Sicherheit als erste Priorität betrachten“, sagte Ballmer. Dabei gehe es vorrangig um die Vertrauenswürdigkeit von Identitäten im Netz – etwa die Frage, ob der Absender einer E-Mail echt sei –, und außerdem um die Entwicklung sicherer, einfach zu bedienender Software. Zudem müssten die Hürden für Angreifer immer höher gelegt werden.

Im vergangenen Jahr hatte die Initiative acht Handlungsversprechen abgegeben. Zum Beispiel: Einen kostenlosen Sicherheitscheck zu entwickeln, mit dem Internetnutzer ihre PCs auf Sicherheitslücken hin überprüfen können und Hilfe bei der Installation von Sicherheitssoftware bekommen. Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke stellte ein neues Produkt vor: das Sicherheitsbarometer. Es ist unter anderem auf der Startseite von T-Online zu finden und zeigt farblich den aktuellen Sicherheitsstatus im Netz an – von grün (normales Risiko) bis rot (akute Gefahr ). vis

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