Geflügellieferant aus Niedersachsen : Bericht: Jahrelanger Fleischbetrug mit "Neuland"-Siegel

Laut einem "Zeit"-Berichtet hat ein Geflügellieferant aus Niedersachsen über Jahre auch konventionell produziertes Fleisch mit dem Qualitäts-Siegel markiert. Der Neuland-Verein spricht von einem Einzelfall.

Echte Qualität? Der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne,l) steht am 10.04.2014 in Dannenberg in einer sogenannten Neuland-Fleischerei.
Echte Qualität? Der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne,l) steht am 10.04.2014 in Dannenberg in einer...

Unter dem Gütesiegel des Vereins Neuland ist einem Bericht zufolge über Jahre konventionell produziertes Geflügelfleisch verkauft worden. Der wichtigste Geflügellieferant des Vereins habe zugegeben, jahrelang konventionell gehaltene Mastvögel eingekauft, geschlachtet und als Neuland-Geflügel verkauft zu haben. Er sei der wichtigste Neuland-Geflügellieferant und habe damit Hunderttausende Euro verdient, heißt es in dem Bericht, wie die „Zeit“ am Dienstag vorab auf ihrer Internetseite meldete. Es handele sich um einen Landwirt aus Wietzen in Niedersachsen. Verschiedene Neuland-Metzgereien hätten das von ihm angebotene Fleisch gekauft und an viele Firmen-Kantinen geliefert.

Das Neuland-Gütesiegel soll Fleisch aus „besonders artgerechter“ Tierhaltung kennzeichnen. Die Trägerorganisationen sind der Deutsche Tierschutzbund, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft.

Neuland erklärte, falls der Bericht zutreffe, sei der Verein von dem Landwirt „tief enttäuscht“. Nach Jahren der Zusammenarbeit habe es 2013 Hinweise auf Unregelmäßigkeiten gegeben. Eine Kontrollstelle sei mit einer Überprüfung des Landwirts beauftragt worden, doch dieser habe im Dezember 2013 beim Verein gekündigt. Eine Kontrolle habe deshalb nicht mehr erfolgen können.

Den Bericht der „Zeit“, wonach das Fleisch aus Wietzen weiterhin mit Neuland-Siegel im Handel sei, wies der Verein zurück. Auch nach der Kündigung des Landwirts hätten einige Neuland-Fleischereien in Berlin noch dessen Geflügelfleisch bezogen. Sie seien aber angewiesen worden, dieses „deutlich als Nicht-Neuland“ zu kennzeichnen. Der Verein sei an einer schnelle Aufklärung interessiert. Es handele sich um einen Einzelfall, versicherte die Vereinigung.

Es sei ein Einzelfall, bei dem möglicherweise „kriminelle Energie und Raffgier“ eine Rolle gespielt hätten, teilte Neuland in einer Stellungnahme mit, ohne den Betrugsvorwurf direkt zu bestätigen. (dpa/AFP)

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