Gegen den Umzug vom Potsdamer Platz : Zum zehnten Mal Protest der Daimler-Mitarbeiter

Am Mittwoch wollen die Berliner Beschäftigten von Daimler ein weiteres Mal für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstrieren. Inzwischen kommt Bewegung in die Verhandlungen zur Umstrukturierung der Finanzsparte.

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Berlin - In die Verhandlungen zur Umstrukturierung der Finanzsparte des Daimler-Konzerns kommt Bewegung. Nach Angaben der Berliner IG Metall ist der Stuttgarter Autohersteller damit einverstanden, dass ein externer Berater die Pläne zum Stellenabbau und zur Verlagerung von Standorten prüft. Das Stuttgarter IMU-Institut, ein den Gewerkschaften nahe stehendes Forschungs- und Beratungsinstitut, befragt bereits seit einigen Tagen Mitarbeiter.

Betroffen von den Umstrukturierungen sind unter anderem rund 400 Beschäftigte, die derzeit noch am Potsdamer Platz bei Daimler Financial Services (DFS) und der Mercedes-Benz-Bank arbeiten, aber nach Stuttgart umziehen sollen. Insgesamt will Daimler bundesweit Standorte und Funktionen von DFS (650 Mitarbeiter) und Mercedes-Bank (1 450 Mitarbeiter) neu strukturieren. Dabei sollen nach Arbeitnehmerinformationen jedes Jahr rund 50 Millionen Euro gespart werden. In einem Ringtausch sollen 1 300 Beschäftigte an anderen Standorten angesiedelt werden.

In Berlin würden per saldo zwar um die 150 Stellen aufgebaut, weil Daimler hier für die Mercedes-Bank ein zentrales Service-Center aufbauen will. Nach den Vorstellungen des Konzerns soll für diese neue Gesellschaft aber keine Tarifbindung gelten. Aktuell bezahlt Daimler seine Mitarbeiter am Potsdamer Platz noch nach dem baden-württembergischen Tarifvertrag. Eine Regelung, die noch vom ehemaligen Daimler-Chef Edzard Reuter getroffen wurde.

„Bei der Tarifbindung und den Plänen zum Umzug von Mitarbeitern gibt es Verhandlungsspielraum“, sagte Klaus Abel von der IG Metall am Dienstag dem Tagesspiegel. Das Daimler-Management habe sich zuletzt gesprächsbereit gezeigt. „Man hat nicht damit gerechnet, dass es so viel Protest gibt“, sagte Abel.

Zum zehnten Mal wollen an diesem Mittwoch die Berliner Beschäftigten für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstrieren. Der „Lunch-Walk“ genannte Protestmarsch findet zusammen mit der IG Metall statt und beginnt und endet am Firmensitz am Potsdamer Platz. mot

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