Wirtschaft : Gegen den Währungswind

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Der deutsche Maschinenbau ist weltweit Spitze. Im dritten Quartal holte die beschäftigungsintensivste Industriebranche neun Prozent mehr Aufträge rein als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, bei den Orders aus dem Ausland gab es sogar ein Plus von 13 Prozent. Im September konnte der Auftragsschub aus dem Ausland „das schon höhere Niveau des Septembers 2003 noch einmal spürbar toppen“, heißt es beim Verband Deutscher Maschinen und Anlagenbau (VDMA). Seit vielen Jahren steigen die Exporte – einen Rückgang gab es in der jüngsten Vergangenheit nur 1999 (minus 2,8 Prozent) und 2003 (minus 0,3 Prozent). Drei Fünftel der deutschen Ausfuhren von Maschinen, Werkzeuge und Anlagen gehen in europäische Nachbarländer, ein Fünftel nach Asien und zuletzt knapp zwölf Prozent in die USA.

Der starke Euro verteuert natürlich die Exporte in den Dollarraum, doch die Maschinenbauer geben sich selbstbewusst. „Die entscheidende Vorgabe für die Maschinenbaukonjunktur ist die Weltnachfrage nach hochwertigen Investitionsgütern, nicht der Wechselkurs“, heißt es beim VDMA. Im Übrigen sei die Preiselastizität bei deutschen Maschinen gering. Weil die Produkte technologisch so wettbewerbsfähig sind, zahlen die Kunden auch höhere Preise. Schließlich habe die Branche auch zu Zeiten der „harten D-Mark oft genug gegen den Währungswind verkaufen müssen“. Aber dennoch: Bei steigendem Außenwert des Euro „sinken generell die Exportchancen“.

Wie das kommende Jahr wird entscheidet sich in diesen Wochen, in denen die Aufträge für 2005 akquiriert werden. „Es bleibt spannend, denn jetzt wird das Fundament für das Wachstum im kommenden Jahr gelegt“, sagt VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. alf

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