Wirtschaft : Gegen die Amerikaner gut gerüstet - Gespräch mit Dasa-Vorstand Klaus Ensslin

Wenn Boeing den Satellitenbereich von Hughes Elect

Boeing will künftig auch Satelliten bauen. Was bedeutet dies für die Europäer und speziell für die Dasa. Mit Klaus Ensslin ist Vorstand der DaimlerChrysler Aerospace und dort zuständig für den Satellitenbereich. Die Fragen stellte Florian Kolf.

Wenn Boeing den Satellitenbereich von Hughes Electronics übernehmen würde, was würde das für die Branche bedeuten?

Das, was sich abzeichnet, ist ein weiterer Baustein in der Konsolidierung der Luft- und Raumfahrtindustrie in den USA, die ja seit Jahren zu beobachten ist. Boeing knüpft eine durchgehende Wertschöpfungskette in allen Bereichen, die das Unternehmen deutlich stärkt. Im Raumfahrtbereich wäre Boeing dann die Nummer Eins und in allen wichtigen Bereichen vertreten.

Hätte das auch Auswirkungen für die europäische Industrie?

In der Raumfahrt existiert ein global eng verknüpfter Markt. Es besteht die Gefahr, dass große, dominante Firmen weltweit die Preise diktieren. Dem dürfen wir nicht tatenlos zusehen.

Wie wird ihre Antwort darauf aussehen?

Die Entwicklung in den USA gibt uns mehr als Recht in unseren Bemühungen, in Europa unsere Kräfte stärker zu bündeln. Die Vereinigung unseres Raumfahrtbereichs mit dem von Matra Marconi zum Unternehmen Astrium steht kurz bevor. Noch in diesem Quartal erwarten wir grünes Licht von den Wettbewerbshütern in Brüssel. Mit einem gemeinsamen Umsatz von fünf Milliarden Mark sind wir dann in der Raumfahrt immerhin das weltweit drittgrößte Unternehmen. Damit können wir schon gut gegenhalten.

Welche weiteren Expansionsmöglichkeiten sehen Sie für Astrium?

In der ersten Phase konzentrieren wir uns natürlich auf die Zusammenführung der bisherigen Partner. Aber wir sind weiterhin offen für Ergänzungen. Auch eine transatlantische Fusion ist nicht auszuschließen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben