Wirtschaft : Gegenbauer putzt künftig das Reichstagsgebäude

BERLIN (asi).Der Berliner Gebäudereiniger Gegenbauer plant im laufenden Jahr mit fünf Prozent nur moderat zu wachsen.Nachdem das Unternehmen sein Geschäft im vergangenen Jahr um 9,6 Prozent auf 390 Mill.DM ausweiten konnte, stehe "jetzt Konsolidierung an", sagte der geschäftsführende Gesellschafter Werner Gegenbauer am Dienstag abend in Berlin.Der Grund: Das Ergebnis der Unternehmensgruppe "blieb 1998 hinter den Erwartungen" Gegenbauers zurück.Nach mehreren Akquisitionen seien in den kommenden Monaten keine weiteren Unternehmenskäufe geplant.Gleichwohl bleibe der Ausbau der bundesweiten Präsenz Ziel des Unternehmens.

Obwohl das klassische Gebäudereinigungsgeschäft mit fast 60 Prozent noch immer das Unternehmen Gegenbauer bestimmt, gelang es den Berlinern im vergangenen Jahr, ihre Geschäftsfelder Gebäudemanagement, Sicherheit und Klinikdienstleistungen auszuweiten.In den sogenannten "jungen" Geschäftsbereichen stieg der Umsatz um 13,7 Prozent auf 161,6 Mill.DM.Weil die Kunden in immer stärkerem Maße den umfassenden Service am Gebäude verlangen, ist Gegenbauer auch strategische Allianzen eingegangen.So wurde zum Jahresanfang ein Kooperationsvertrag mit dem führenden Dienstleister im Ernährungsbereich Compass Group - zu der die Eurest Deutschland und die CSC Clinic Catering Service gehören - abgeschlossen.Beide Unternehmen, sagte Gegenbauer, würden sich beim Gebäudemanagement und dem Catering "hervorragend ergänzen" und für gegenseitigen Umsatzzuwachs sorgen.

Neben Berlin, wo Gegenbauer seit rund 75 Jahren tätig ist und künftig das Reichstagsgebäude reinigen wird, ist dem Unternehmen der sichere Sprung nach Ost- und Süddeutschland inzwischen gelungen.In Sachsen zählt Gegenbauer seit 1998 die VNG-Verbundnetz AG zu seinen Kunden, managt drei Krankenhäuser in Sachsen-Anhalt und gewann den Auftrag zur Stadionssicherung beim VfB Leipzig.Einen breiten Markt und rund 3000 Mitarbeiter in Süddeutschland hat sich Gegenbauer mit der Übernahme der IVG Kleesattel Systemreinigung GmbH in Stuttgart erkauft.

Nur in Nordwestdeutschland konnte der Berliner, der gegenwärtig rund 11 000 Mitarbeiter beschäftigt, noch nicht sicher Fuß fassen.Die Bewerbung um den Auftrag zur gesamten Reinigung des Expo-2000-Geländes in Hannover brachte Gegenbauer diesem Ziel jetzt jedoch näher.Gegen eine Reihe Bewerber habe sich sein Unternehmen durchgesetzt und für die gegenwärtig laufenden Endverhandlungen qualifiziert, sagte Gegenbauer

Die wichtigste kurzfristige Aufgabe seines Unternehmens sieht Gegenbauer, der Präsident der IHK Berlin ist, im Auffangen der betrieblichen Probleme, die durch die Neuregelung der 620-Mark-Jobs entstanden sind.Allein in Süddeutschland hätten 1200 Mitarbeiter gekündigt, weil eine Weiterbeschäftigung unter den neuen Bedingungen für sie nicht mehr attraktiv sei.Für die Branche bedeute die ab 1.April geltende Regelung eine Kostensteigerung um rund 18 Prozent, die durch Anhebung der Preise aufgefangen werden müßte.

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