Wirtschaft : Gegenbauer setzt sich große Ziele

Ausrichtung auf Bundesgebiet soll Umsatzwachstum des Berliner Gebäudereinigers forcieren BERLIN (alf).Die Berliner Gegenbauer-Gruppe sieht trotz eines alles in allem enttäuschenden Geschäftsjahres 1997 mit großen Erwartungen in die nächste Zukunft.Von zuletzt 355 Mill.DM soll der Umsatz bis zur Jahrtausendwende auf rund 500 Mill.DM steigen, kündigte Werner Gegenbauer, geschäftsführender Gesellschafter der Gruppe, am Donnerstag abend auf der Jahrespressekonferenz an.Das im vergangenen Jahr eher bescheidene Umsatzwachstum von 2,1 Prozent erklärte Gegenbauer mit dem "ganz klar stagnierenden" Bereich Gebäudereinigung, wo die Erlöse um 5,5 Mill.DM unter dem Vorjahr blieben; Unternehmen und kommunale Einrichtungen hätten aufgrund von Sparmaßnahmen ihre "Reinigungsfrequenzen verringert".Angesichts des "konjunkturellen Gegenwindes" sei das Unternehmen mit dem Geschäftsjahr "sehr zufrieden", meinte Gegenbauer.Die Ertragslage sei "stabil".Auf Nachfrage deutete der Unternehmenschef an, der Gewinn sei stärker gewachsen als der Umsatz.Präzise Aussagen zum Ergebnis macht Gegenbauer grundsätzlich nicht. Das ambitionierte Umsatzziel soll in den kommenden Jahren vor allem durch eine stärkere Präsenz im Bundesgebiet erreicht werden.Mit 268,6 Mill.DM (Vorjahr: 242 Mill.DM) ist nämlich die Region Berlin-Brandenburg nach wie vor mit Abstand die umsatzstärkste Region.Eine neugeschaffene Region Nord (329 Mitarbeiter und 10,2 Mill.DM Umsatz) sowie vor allem der Kauf der Stuttgarter IVG Kleesattel Systemreinigung & Co.KG sollen die Gegenbauer-Gruppe im Bundesgebiet stärken.Kleesattel beschäftigte zuletzt 1100 Mitarbeiter, der Kaufvertrag soll Anfang April unterzeichnet werden.Nach der Akquisition wird das Unternehmen rund 11 000 Mitarbeiter zählen, im vergangenen Jahr waren es 9900 (1996: 9700).Gegenbauer legt Wert auf die Feststellung, daß mehr als 90 Prozent der Mitarbeiter sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind.Gegenwärtig bildet die Gruppe 161 Lehrlinge aus, 19 mehr als im Vorjahr.Gegenbauer, der als Präsident der Industrie- und Handelskammer immer wieder an die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen appelliert, will sich um eine Erhöhung der Ausbildungsquote im eigenen Unternehmen bemühen.Allerdings ist das nicht einfach.Im Bereich Sicherheitsdienste (Wachschutz) gibt es keine Lehrberufe, und im Catering beginnt Gegenbauer das Geschäft gerade erst aufzubauen.Im vergangenen Jahr war die Catering-Tochter verkauft worden. Die künftigen Wachstumsfelder sieht Gegenbauer vor allem im Gebäudemanagement und der Sicherheit.Dagegen werde der Umsatzanteil der Gebäudereinigung bis zur Jahrtausendwende von zuletzt 60 voraussichtlich auf 50 Prozent sinken.Inzwischen mache sich der Umzug von Regierung und Parlament bemerkbar, so Gegenbauer.Erste Aufträge seien akquiriert.Dabei macht Gegenbauer folgende Rechnung auf: Ein Quadratmeter Gebäudemanagement/Reinigung sei mit 40 bis 50 DM pro Jahr zu veranschlagen.Macht also beispielsweise bei einer Mill.Quadratmeter ein zusätzliches Geschäft für die Branche von mehr als 40 Mill.DM.

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