Wirtschaft : Geglückter Neustart für Tec-Dax-Aktien

Investoren geben dem Nachfolge-Index des Nemax50 gute Noten

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Düsseldorf (rad/HB). Der Start ist geglückt: Nach anfänglicher Schwäche aufgrund des IrakKrieges legte der Tec-Dax, der am 24. März den Nemax 50 als Leitindex für Technologiewerte an der Deutschen Börse abgelöst hat, in den vergangenen Wochen kräftig zu und notiert nun rund sieben Prozent über seinem Einstandskurs.

Eine Reihe von Experten gibt dem Tec-Dax gute Noten: „Der Tec-Dax hat den Vorteil, dass er sich auf die 30 größten Unternehmen des Sektors konzentriert, die im Wesentlichen ein solides Geschäftsmodell aufweisen", sagt Christian Stocker, Index-Experte von der Hypo-Vereinsbank. Insgesamt erscheine der neue Index wesentlich vertrauenswürdiger als sein Vorgänger. Die Umstellung der Index-Landschaft hat vor allem den Neulingen im Technologie-Sektor gut getan: Alle Aktien, die vom M-Dax in den Tec-Dax wechselten, legten deutlich zu.

Insbesondere in den letzten Tagen vor der Neuordnung waren die Kursausschläge beachtlich: So stiegen Aktien der Software AG in den zwei Wochen vor dem 24. März um 55 Prozent. Kaum geringer waren die Zugewinne bei Jenoptik und dem einstigen Dax-Mitglied Epcos, die um knapp 50 Prozent stiegen. Genau umgekehrt sah das Bild bei den Werten aus, die vom Neuen Markt in den M-Dax wechselten: Medion, Teleplan und Thiel Logistik gaben vor der Umstellung deutlich nach.

Stocker erklärt diesen Effekt mit dem höheren Interesse institutioneller Anleger am Tec-Dax. So gebe es eine Vielzahl von Fonds und Derivaten, die sich – oft als Nachfolger von Nemax-Derivaten – auf den Tec-Dax beziehen, während es bezogen auf den M-Dax nur wenige Fonds und kaum Optionsscheine und Derivate gebe.

Zu den größten Optimisten für Technologie-Titel zählt Karl Fickel, Manager des Tech-Fonds bei Lupus Alpha: „Ich glaube fest daran, dass wir bei Technologie-Aktien wieder bessere Zeiten sehen werden. Der Tec-Dax enthält eine Reihe von hoffnungsvollen Werten. Das Segment hat es verdient, dass man weiter daran festhält“, sagt Fickel.

Raik Hoffmann, Fondsmanager bei der DWS, unterscheidet weniger danach, ob ein Unternehmen im Tec-Dax, M-Dax oder S-Dax notiert ist. Er sieht in positiven Unternehmensdaten den Grund für steigende Kurse: „Ich glaube nicht, dass die Umformierung alleine das Vertrauen in die Tech-Werte zurückbringen wird“, sagt Hoffmann. Vielmehr rückten nach der Umstellung vermehrt wieder die Fundamentaldaten in den Vordergrund. „In dieser Hinsicht haben einige Tec-Dax-Werte inzwischen eine Menge zu bieten.“

Dass aussichtsreiche Werte mit soliden Fundamentaldaten im Tec-Dax zu finden sind, haben in jüngster Zeit vor allem die ehemaligen M-Dax-Werte gezeigt: So kletterte die Aktie von Drägerwerk auf ein neues Fünfjahreshoch, nachdem der Anbieter von Medizin- und Sicherheitstechnik den Jahresüberschuss 2002 verdoppelte. Und auch für die Zukunft sieht Markus Krämer, Analyst bei Sal. Oppenheim, Drägerwerk als „sichere Anlage“. Die geopolitische Lage und die erfolgreiche Restrukturierung sprächen für den Wert. Auch der Tec-Dax-Neuling Wedeco gehörte nach einem deutlichen Ergebnissprung im Vorjahr und positiven Geschäftsprognosen für 2003 zu den gefragten Werten im Tec-Dax.

Doch nicht nur die Neulinge machten von sich reden. Christian Stocker von der Hypo-Vereinsbank hat eine bessere Stimmung für Technologie-Titel beobachtet, die dem Tec-Dax insgesamt Auftrieb gegeben habe. Ein deutliches Zeichen hierfür ist, dass auch eine Reihe von etablierten Tech-Werten deutliche Kurssprünge hinlegten. So gewannen die Aktien des Index-Schwergewichtes Singulus rund zwei Drittel an Wert hinzu. Noch besser präsentierte sich Evotec OAI: Trotz roter Zahlen verdoppelten sich Evotec-Aktien wegen des positiven Branchentrends seit Ende März auf 3,05 Euro.

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