Gehälter : Goldene Jahre für Top-Manager

Als Manager lässt sich auch in Deutschland in den letzten Jahren gut Geld verdienen. In Zeiten eines wirtschaftlichen Hochs lassen sich auch große Gehaltssteigerungen besser verkaufen. Doch die üppigen Einkünfte treffen auch auf Widerstand.

Düsseldorf Die „fat cats“ stehen unter Beschuss. An gewichtigen Vorständen, die sich an immer üppigeren Gehältern und Zulagen laben, entzünden sich die Gemüter. Zuletzt sorgten Jürgen Schrempps Aktienoptionen, die ihm noch Jahre nach seinem inzwischen gescheiterten Daimler-Chrysler-Deal zweistellige Millionenbeträge bescheren, für Futter in der deutschen Neiddebatte. Die „fat cats“ mit ihren satten Gehaltssprüngen ziehen das Image ihres ganzen Berufsstandes in Mitleidenschaft.

Dabei sind sie Ausnahmeerscheinungen. „Im Schnitt haben deutsche Vorstände in den letzten 30 Jahren anteilig nicht mehr zugelegt an Gehalt als Otto Normalarbeitnehmer“, sagt Alexander von Preen, Geschäftsführer der Managementberatung Kienbaum. Lediglich das Einkommen der Vorstandsmitglieder in den 100 Top-Unternehmen mit über fünf Milliarden Euro Jahresumsatz ist überdurchschnittlich gestiegen. Das geht aus der Kienbaum-Studie „30 Jahre Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung in Deutschland“ hervor, die dem Handelsblatt vorliegt. Kienbaum analysiert im Jahr rund 1500 Firmen mit über 5100 Vorstandsmitgliedern und 13.100 Aufsichtsräten. Börsennotierte Unternehmen sind erst seit dem vergangenen Jahr gesetzlich verpflichtet, die Bezüge ihrer Vorstände detailliert offenzulegen.

Die Vorstandsbezüge wuchsen demnach in drei Jahrzehnten im Schnitt um 4,3 Prozent pro Jahr von 132.000 auf 440.000 Euro. Sie haben sich damit wie die Löhne und Gehälter allgemein (plus 4,2 Prozent pro Jahr) in den vergangenen 30 Jahren mehr als verdreifacht.

Auch die Gehälter der Vorstände in den Top-100-Firmen sind jahrzehntelang nur unwesentlich schneller gestiegen als das Bruttoinlandsprodukt und die Einkommen der Deutschen. Erst seit Ende der 90er Jahre zog ihre Vergütung stark an, um etwa 170 Prozent. Damit öffnete sich die Gehaltsschere zu anderen Vorständen deutlich. In 30 Jahren stiegen die Bezüge der Top-100-Vorstände auf das Achtfache – von 225 000 Euro auf 1,8 Millionen Euro im Schnitt (plus 7,5 Prozent im Jahr). kte (HB)

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