Wirtschaft : Gehe auf Einkaufstour

Gewinn soll deutlich steigen / Wachsender Auslandsanteil STUTTGART (rtr).Nach zahlreichen Neuerwerbungen in den vergangenen Jahren plant die Stuttgarter Gehe AG, Europs umsatzstärkster Pharmagroßhändler, weitere Zukäufe."Wir denken nach und unterhalten uns, auch mit unserem Aufsichtsrat, über zwei bis drei Objekte", sagte Gehe-Chef Dieter Kämmerer am Mittwoch.Nicht nur der Großhandel sei im Visier."Es kann auch der Versandhandel sein", sagte der Gehe-Chef.Details wollte er nicht nennen.Nur für eine "Großakquisition" wäre eine Kapitalerhöhung notwendig."Es gibt aber keine Anhaltspunkte dafür", sagte Kämmerer. Für 1998 sagte Gehe einen Umsatz auf Vorjahresniveau voraus - trotz des Verkaufs von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Bereichen der Anfang 1997 übernommenen britischen Apothekenkette Lloyds Chemist Plc.Der Gewinn soll deutlich zunehmen.Erwartet werde ein Anstieg des Betriebsgewinns auf mehr als 500 (Vorjahr 472) Mill.DM, erklärte Kämmerer.Das Deutschlandgeschäft habe sich im bisherigen Jahresverlauf sehr erfreulich entwickelt. Wie Kämmerer mitteilte, plant Gehe kurzfristig keinen Aktienrückkauf.Als Finanzierungsinstrument für weitere Unternehmenskäufe, etwa durch Aktientausch, wollte er dies aber nicht ausschließen.Für die kommende Hauptversammlung am 9.Juni gebe es aber keinen derartigen Beschluß.Mit der Eigenkapitalquote von 28,6 (Vorjahr 37,8) Prozent fühle Gehe sich wohl.Die Quote läge "noch in einem Bereich, der es uns erlauben würde, weitere Akquisitionen ohne eine Kapitalerhöhung vorzunehmen", sagte Kämmerer. Im vergangenen Jahr war der Konzernumsatz der Gehe insbesondere durch die Lloyds-Übernahme um 16,9 Prozent auf insgesamt 25 Mrd.DM gestiegen.Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit verbesserte sich um 16,1 Prozent auf 472,3 Mill.DM.Die Dividende soll in diesem Jahr 1,30 DM betragen.Im Vorjahr hatte sie bei einer DM plus Sonderdividende von 0,30 DM gelegen.Von den 23 755 Mitarbeitern im Konzern Ende vorigen Jahres arbeiten 85 Prozent im Ausland.

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