Wirtschaft : Gehe zieht sich aus der Pharmaproduktion zurück

Hohe Zuwächse im Handel / Osteuropageschäft enttäuschend

PARIS (dpa).Der Pharmagroßhändler Gehe AG (Stuttgart) ist nach der Umstrukturierung im Konzern weiter auf Wachstumskurs.Das Unternehmen will nach Unternehmenszukäufen in Großbritannien in den vergangenen zwei Jahren seine europäische Spitzenposition im Pharmahandel weiter ausbauen.Im laufenden Geschäftsjahr soll der Umsatz auf rund 24 Mrd.DM gesteigert werden, nach 21,4 Mrd.DM im Jahre 1996.Allein 75 Prozent werde man im Ausland erwirtschaften, teilte das Unternehmen am Montag in Paris mit. Beim Konzerngewinn rechnete der Gehe-Vorstandsvorsitzende Dieter Kämmerer mit einem Plus von bis zu 100 Mill.DM."Wir wollen beim Gewinn auf die 500 Mill.-DM-Grenze zupirschen", sagte er bei der Vorlage der 96er Bilanz.Im ersten Quartal 1997 machte sich der Erwerb der britischen Apothekenkette Lloyds Chemists Plc.bemerkbar.Mit der Übernahme von Lloyds Anfang 1997 und von der britischen AAH-Gruppe (Manchester) vor zwei Jahren ist Gehe in Großbritannien mit einem Anteil von 40 Prozent zum Marktführer im Bereich Pharmagroßhandel aufgestiegen.Lloyds unterhält in England rund 1000 eigene Apotheken, die AAH-Gruppe über 300. Der Verkauf von fünf produzierenden Gehe-Töchtern im vergangenen Jahr brachte einen Erlös von 1,2 Mrd.DM.Damit gab der Konzern nach sieben Jahren sein Engagement in der Herstellung von Arzneimitteln wieder auf.Den Ausstieg begründete Kämmerer mit dem Widerstand anderer Produzenten, die zugleich Lieferanten von Gehe sind."Diesem Konflikt wollten wir uns nicht länger aussetzen", sagte Kämmerer.Die außerordentlichen Erlöse aus den Verkäufen führten 1996 zu einem Plus beim Gewinn vor Steuern von 146 Prozent auf 865,6 Mill.DM.Die Aktionäre sollen für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende von einer DM pro Aktie und eine Sonderausschüttung von 0,30 DM pro Aktie erhalten.Wachstumschancen sieht Kämmerer vor allem in Westeuropa."Die Situation im Osten ist enttäuschend", sagte er.Unstabile Rahmenbedingungen hätten das Unternehmen gezwungen, Beteiligungen in Polen und Rußland aufzugeben.Lediglich die Geschäfte mit Tschechien liefen zufriedenstellend.

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