Wirtschaft : Gekonnt kontern Wie man Schlagfertigkeit lernt

Schlagfertigkeit kann man lernen, sagt der Rhetorik- und Schlagfertigkeitscoach Matthias Pöhm aus dem schweizerischen Bonstetten. Doch wann fehlen uns eigentlich die Worte? „Das sind meist Situationen, in denen die Kommunikation ihre geordnete Bahn verlässt und etwas gesagt wird, mit dem man nicht gerechnet hat“, sagt die Trainerin Nina Deißler. Meist in Situationen, in denen man aufgeregt ist.

„Adrenalin macht zwar schnell, leider aber auch dumm“, sagt Deißlers. Zudem sei man oft zu lieb, zu höflich, um das zu antworten, was einem tatsächlich auf der Zunge liegt. „Davon muss man sich frei machen, wenn man schlagfertig sein will“, sagt die Kommunikationspsychologin. Ebenso von der Idee, dass es nur eine wahre geniale Antwort gibt. Egal, wann einem die passende Erwiderung fehlt, unangenehm oder ärgerlich ist es immer. „Da gilt es also, Strategien zu entwickeln und sich eigene Standards bereitzulegen.

„Wichtig ist in diesen Situationen oft, erst mal Zeit zu gewinnen“, sagt der Business-Coach Theo Bergauer. Da hilft manchmal nur ein langsames, zustimmendes Nicken, ein fester Blick in die Augen des Gegenübers, breit und gütig zu nicken oder auch Sätze wie „Oh, das ist interessant“ oder „Ist das so?“. Auch kann es hilfreich sein, die Frage zu wiederholen, noch mal nachzufragen oder sie direkt zurückzugeben. So gewinne man Zeit. „Natürlich funktioniert das nicht immer, aber sehr häufig und allein diese Gewissheit gibt einem Sicherheit“, sagt Pöhm.

Der Deutsch-Schweizer hält auch die unerwartete Zustimmung für eine gute Reaktion. „Wenn man ständig etwa auf die Zahnspange angesprochen wird, kann man einfach sagen 'Wow, gut beobachtet' oder 'Oh, Du bist der Erste, der das bemerkt'“. Dafür müsse man die Verkrampfung im Kopf allerdings lösen und vor allem zu sich selbst stehen.

Hilfreich kann auch sein, den blöden oder auch nur unerwarteten Spruch wörtlich zu nehmen. „Wenn schnippisch: 'Oh, schon wieder ein neues Kleid' von einer Freundin oder Kollegin kommt, kann man einfach die Spitze ignorieren und sagen 'Ja, schön, oder?'“, rät Deißler.

Auf eine Frage wie: „Jetzt bist Du wohl übergeschnappt“, kann die Antwort „Würde es helfen?“ witzig sein. Für solche Reaktionen muss man sein Assoziationsvermögen schulen, die bildhafte Vorstellungskraft stärken. Doch egal, wie gut man vorbereitet ist und wie viele Standards man sich zu recht gelegt hat, die Situation wird kommen, in der man mal wieder sprachlos ist. dpa

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