Wirtschaft : Geld ist tabu

Der Gute-Tat-Marktplatz bringt Unternehmen und soziale Einrichtungen zusammen

Berlin – „Das ist genau das, was wir suchen“, sagt Gabriele Scharni. Die Ausbildungsleiterin der Debeka Versicherung unterschreibt die Vereinbarung. Die 50 Auszubildenden ihres Unternehmens sollen sich für eine soziale Sache engagieren und werden nun im Frühjahr von Schöneberg nach Neukölln aufbrechen, um einen Wasserspielplatz für den Integrationskindergarten „Parchimer Allee“ anzulegen. Geld werden sie dafür nicht verlangen. Geld ist tabu an diesem Abend.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hat ihren Lichthof am Donnerstag für den Gute-Tat-Marktplatz zur Verfügung gestellt. Vertreter von 50 Berliner Unternehmen und von 60 sozialen Organisationen sind gekommen. Die einen wollen helfen, die anderen suchen Unterstützung für ihre Arbeit. „Alle Unternehmen werden immer wieder auf Geld und Spenden angesprochen“, sagt Jürgen Grenz, Vorstand der Stiftung Gute-Tat.de. „Uns geht es um das persönliche Engagement.“ Viele Unternehmen wollen helfen, doch wüssten oft nicht wie. Der Marktplatz, der in diesem Jahr zum zweiten Mal veranstaltet wird, soll Transparenz schaffen und die Menschen zusammenbringen.

Die Vertreter der sozialen Einrichtungen tragen einen roten Punkt auf ihren Namensschildern, die der Firmen einen grünen. Aber auch ohne Punktesystem sind beide Gruppen leicht voneinander zu unterscheiden. Die einen sind oft bunt kostümiert, tragen Plakate, Fotos oder Schaukästen vor sich her, sie stellen ihre Projekte vor und suchen Hilfe bei der Renovierung, Bücher und Computer, oder auch einen Handykurs für Senioren. Die Firmenvertreter sind überwiegend in gedeckter Geschäftskleidung erschienen. Doch Berührungsängste gibt es keine. „Bringen Sie mit uns den Kugelfisch zum Schwimmen“, steht auf dem Plakat von Edith Morell. Sie ist von der Aktion Weitblick, die unter www.kugelfisch.de eine Internetseite für Menschen mit Lernschwierigkeiten aufbauen will. Auch sie unterschreibt mehrere Vereinbarungen an diesem Abend. Ihr Projekt erhält einen Workshop für Öffentlichkeitsarbeit und sie hat viele Kontakte zu Internetfirmen geknüpft. Sehr anregend findet sie den Marktplatz. „Die Verbindung von Wirtschaft und sozialen Organisationen, das ist die Zukunft“, sagt Morell. Deutschland habe hier noch Nachholbedarf. An diesem Abend werden immerhin mehr als 130 Vereinbarungen getroffen. vis

Plattform für soziale Projekte:

www.gute-tat.de

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