Wirtschaft : Geld verdienen mit Katastrophen

Der Markt für Cat-Bonds wächst

München - Auf der Suche nach höheren Renditen greifen Anleger verstärkt zu Katastrophen-Anleihen. Das Volumen solcher sogenannter „Cat-Bonds“, mit denen Versicherer Naturkatastrophen-Risiken am Kapitalmarkt platzieren, werde im Jahr 2011 voraussichtlich 5,5 bis sechs Milliarden Dollar erreichen. Das erwartet der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück. Im vergangenen Jahr summierte sich das Emissionsvolumen auf rund fünf Milliarden Dollar, während Anleihen in Höhe von vier Milliarden ausliefen. Auch im kommenden Jahr dürfte der 13 Milliarden Dollar große Nischenmarkt wachsen.

Mit den Bonds versuchen die Versicherer, die sich nicht zuletzt durch den Klimawandel mit immer größeren Schäden konfrontiert sehen, die Lasten auf weitere Schultern zu verteilen. Risiken aus potenziellen Naturkatastrophen werden gebündelt und als Anleihen auf den Markt gebracht. Falls eine Naturkatastrophe, etwa ein Hurrikan oder ein Erdbeben, in der vorher festgelegten Zeit und zu den definierten Kriterien eintritt, muss der Investor für den Versicherer einspringen. Im schlimmsten Fall kann er seinen kompletten Einsatz verlieren. „Durch das niedrige Zinsumfeld am Kapitalmarkt werden Katastrophenbonds zunehmend für große institutionelle Investoren wie etwa Pensionskassen interessant, die bisher nicht in diese Anlageklasse investiert haben“, sagt Münchener-Rück-Vorstand Thomas Blunck. „Katastrophenbonds bieten vergleichsweise attraktive Renditen.“ Für Anleger seien bis zu zehn Prozent und mehr drin.

Die Risiken hingen zudem nicht mit anderen Risiken an der Börse zusammen. Wenn Aktienkurse oder Rohstoffpreise fallen, ziehen sie nicht automatisch den Kurs der Katastrophenbonds mit sich. Katastrophenanleihen werden in der Regel nur von Profis gekauft, Hedge-Fonds zum Beispiel, die sich auf Versicherungsrisiken spezialisiert haben. Auch die Versicherungen selbst gehören zu den Anlegern – einer der größten weltweit ist die Münchener Rück. mirs/rtr

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