Wirtschaft : Geldabheben im Ausland wird billiger

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Brüssel (dpa) . Rechtzeitig zum Beginn der Urlaubssaison wird das Geldabheben im Ausland billiger. Von Montag an dürfen die Banken innerhalb der Eurozone für die Benutzung von Geldautomaten und die Kartenzahlung keine höheren Gebühren mehr berechnen als im Heimatland des Kontobesitzers. Die entsprechende EU-Verordnung trete am 1. Juli in Kraft und biete „einen echten Vorteil für die normalen EU-Bürger“, sagte ein Sprecher der EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel.

Bisher zahlten Kunden laut Kommission für die Abhebung von 100 Euro in einem anderen Land der Eurozone durchschnittlich vier Euro Gebühren. Inländische Abhebungen und Zahlungen kosteten hingegen meist nichts oder nur wenige Cent. Die neue Verordnung schreibe vor, dass die Gebühren für den Einsatz der Kreditkarte oder die Automatennutzung dem Inlandsniveau angepasst werden müssten. „Wenn eine Bank weiterhin höhere Gebühren dafür nimmt, sollte der Kunde dort entsprechend Wirbel machen“, riet der Kommissionssprecher. Brüssel rechnet damit, dass der Wettbewerb unter den Kreditinstituten eine Anhebung der Inlandsgebühren verhindern wird.

Sollten einzelne Banken auf diese Weise versuchen, auf ihre Kosten zu kommen, könnten die Kunden das Institut wechseln. Höben die Banken geschlossen ihre Inlandsgebühren an, wäre dies ein Fall für die Wettbewerbsbehörden. In einem Jahr soll der Grundsatz gleicher Gebühren bei nationalen und grenzüberschreitenden Euro-Geschäften auch für Überweisungen zwischen Bankkonten gelten. „Die Vorteile der einheitlichen Währung müssen an jeden einzelnen Europäer weitergegeben werden“, erklärte Kommissionspräsident Romano Prodi. Die Regelung gilt nicht für die EU-Länder Großbritannien, Schweden und Dänemark. Dort sind nach wie vor die alten nationalen Währungen gesetzliches Zahlungsmittel.

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