Wirtschaft : Geldanlage zum Wunschzins

Die Berliner Weberbank versteigert die Konditionen für Festgeld im Internet

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Berlin (msh). Eine Geldanlage, bei der der Kunde selbst den Zinssatz bestimmt? Dieses Angebot verspricht die Berliner Weberbank den Teilnehmern einer Auktion für Festgeld im Internet. „Die Bieter haben die Chance, einen Anlagezins zu erreichen, der weit über dem Marktdurchschnitt liegt“, sagt Christian Grün, Mitinhaber der Weberbank Privatbankiers. Verbraucherschützer empfehlen, nicht überstürzt an der Aktion teilzunehmen und das Angebot in Ruhe mit alternativen Geldanlagen zu vergleichen.

Für Sparer mit schmalem Geldbeutel ist die Festgeldauktion nicht gedacht. Zwischen 25 000 und 100 000 Euro können angelegt werden. Im Einzelnen funktioniert die Auktion wie folgt: Interessenten melden sich auf der Webseite der Weberbank mit Name und Adresse an und geben dann ein, welchen Betrag sie zu welchem Zinssatz für 90 Tage anlegen wollen. Den höchsten Zinssatz hat die Weberbank mit fünf Prozent festgelegt. Der niedrigste Zins beträgt 1,8 Prozent, diesen Satz bietet die Privatbank normalerweise für ein Festgeldkonto.

„Seit das Auktionsvolumen von zehn Millionen Euro am Sonnabend erreicht wurde, fallen die Bieter mit den höchsten Zinssätzen raus“, erläutert Grün. „Die Teilnehmer mit den niedrigeren Zinsgeboten haben bessere Chancen, den Zuschlag zu bekommen.“ Die Auktion startete am vergangenen Freitag und läuft noch bis Dienstag, 20 Uhr. Im Verlauf des Montagnachmittags lagen die gebotenen Zinssätze in der Spanne von 2,8 bis 3,75 Prozent. Kosten fallen weder für die Kontoführung noch für Überweisungen an.

„Das ist ein attraktives Angebot“, sagt Siegrid Herbst von der Finanzberatung FMH. „Die Auktion ist eine interessante Idee.“ Der höchste Zinssatz für 90-Tage-Festgeld liege derzeit bei 2,85 Prozent, den einige ausländische Direktbanken anbieten. Bei vielen dieser Institute seien aber nur maximal Einlagen in Höhe von 20 000 Euro abgesichert. „Bei den deutschen Geschäftsbanken liegen die Zinssätze in der Regel deutlich unter zwei Prozent“, sagt Herbst. Die Deutsche Bank bietet derzeit 1,4 Prozent, die Sparkassen 1,6 und die Postbank 1,8 Prozent.

Verbraucherschützer raten nicht grundsätzlich von der Teilnahme an der Auktion ab, empfehlen aber, diese oder ähnliche Angebote genau zu prüfen und mit anderen Anlagen zu vergleichen. „Als Alternative kommen Tagesgeldkonten in Betracht, die zwischen 2,5 und drei Prozent bringen“, sagt Dorothea Kleine, Geldanlageexpertin beim Bundesverband der Verbraucherzentralen. Vorteil: Beim Tagesgeld ist die Einlage täglich verfügbar. Wer bei der Auktion den Zuschlag erhält, sollte dem Institut einen Freistellungsauftrag erteilen, rät Kleine. Zinserträge bis 1370 Euro bleiben bei Alleinstehenden so steuerfrei.

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