GELD GEGEN DIE KRISE : „Die Pläne der EU-Kommission gehen nicht weit genug“

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Foto: promo

Herr Horn, die EU will die Konjunktur mit 130 Milliarden Euro stützen. Bewahrt uns das vor der tiefen Krise?

Die Deutschen haben bislang außer Acht gelassen, dass nationale Programme wenig bringen und man im europäischen Rahmen gegen die Rezession kämpfen muss. Deshalb ist der Ansatz der Kommission richtig, dass jedes Land die Wirtschaft mit einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts stützen soll. Aber der Plan geht nicht weit genug.

Sie verlangen noch höhere Ausgaben?

Bislang ist geplant, dass die Staaten die Mindereinnahmen durch die Krise einrechnen dürfen. Dann wird aber der Impuls nicht reichen. Die Regierungen müssen ihre Investitionen um 130 Milliarden Euro erhöhen, und zwar schnell. Das Geld muss unbedingt 2009 fließen. Jetzt mit Verweis auf den Haushalt zu sagen, es gebe keinen Spielraum, wäre sehr gefährlich.

Einige Ökonomen sagen, es gehe schon Mitte 2009 wieder bergauf. Sind die Ausgaben dann überflüssig?

Ich verstehe nicht, wie man so etwas vorhersagen kann. Woher soll das Wachstum denn kommen? Weltweit brechen alle Branchen ein, den Export als Konjunkturstütze können die Deutschen vorerst abschreiben. Zusätzliche Ausgaben würden uns schneller wieder aus dem Tal heraushelfen und den Anstieg der Arbeitslosigkeit und der Defizite begrenzen.

Gustav A. Horn

leitet das gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK).

Mit ihm sprach

Carsten Brönstrup.

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