Geldinstitut : Deutsche Bank sieht positive Tendenz

Die Deutsche Bank hat einen überraschend guten Start ins Jahr 2009 hingelegt. Ackermann hält Renditen von 25 Prozent bei Banken nach wie vor für möglich.

Düsseldorf - Die Deutsche Bank hat einen überraschend guten Start ins Jahr 2009 hingelegt. „Wir hatten bis Ende Januar 2,8 Milliarden Euro an Erträgen. Der Februar hat diese Entwicklung in der Tendenz bestätigt“, sagte Deutsche- Bank-Chef Josef Ackermann im Gespräch mit dem „Handelsblatt“. Im Jahr 2008 hatte die Bank noch einen Verlust von 3,9 Milliarden Euro ausgewiesen. Der Chef des größten deutschen Geldhauses hält Renditen von 25 Prozent bei Banken nach wie vor für möglich. „Ich wäre nicht überrascht, wenn einige schon im ersten Quartal wieder Renditen von über 20 Prozent erreichen“, sagte er.

Es sei richtig gewesen, dass der Staat im Zuge der Finanzkrise in das System der Kreditwirtschaft eingegriffen und damit zwangsläufig an Einfluss gewonnen habe, sagte Ackermann. Es müsse aber auch über Ausstiegsszenarien für den Staat nachgedacht werden. „Wenn der Staat zu lange in den Banken involviert bleibt, beeinträchtigt dies den Wettbewerb und damit die Marktwirtschaft und verändert unsere gesamte gesellschaftliche Ordnung.“ Der Staat könne jedoch nur aussteigen, indem staatliches Kapital über den Markt durch privates ersetzt werde. „Das ist jedoch für eine geraume Zeit wohl nicht machbar.“ Dass einige Banken durch den Staat am Leben gehalten werden, bedrohe sein Institut nicht. „Die Verzerrung des Wettbewerbs ist eine Gefahr – allerdings nicht für die Deutsche Bank“, sagte er.

Auch nach seinem Abgang bei der Deutschen Bank im kommenden Jahr denkt Ackermann nicht an Ruhestand. Er habe Lehraufträge in London und Frankfurt am Main. „Das macht mir Freude, lastet mich aber nicht aus.“ Spekulationen, wonach er für ein Gehalt von einem Franken zur angeschlagenen Großbank UBS wechsele, wies der gebürtige Schweizer aber zurück: „Bei allem Patriotismus, aber da träumt wohl jemand.“ bz/oli/pk (HB)

0 Kommentare

Neuester Kommentar