Wirtschaft : Geldof fordert G8-Zusagen an Afrika ein

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Berlin - Der Musiker Bob Geldof hat die G8-Staaten gemahnt, ihre finanziellen Zusagen an Afrika einzuhalten. „Entwicklungshilfe funktioniert“, alles andere sei eine Lüge, sagte der Gründer der „Live 8“- Konzerte am Mittwoch in Berlin. Afrika sei nur zwölf Kilometer von Europa entfernt, schon daher dürfe der Kontinent nicht aufgegeben werden. Zusammen mit dem Frankfurter Soziologen Axel Honneth stellte Geldof einen Forderungskatalog vor, den 38 Wissenschaftler, Künstler sowie Vertreter aus Wirtschaft und Medien erarbeitet hatten. Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) nahm die acht Vorschläge am Abend entgegen, um sie bei dem im Juni anstehenden G8-Gipfel in Heiligendamm den sieben führenden Industrienationen und Russland zu unterbreiten.

An dem eintägigen Forum „Intellectual Live 8“ nahmen unter anderem die Moderatorin Maybrit Illner, der Philosoph Paul Sloterdijk, die Schauspielerin Katja Riemann und der ehemalige Chef des UN-Umweltprogramms, Klaus Töpfer, teil. In ihrer Erklärung fordern sie die einseitige Marktöffnung der reichen Länder für landwirtschaftliche Produkte aus Afrika, eine bessere medizinische Versorgung und mehr Investitionen in Bildung. Auch sollten Partnerschaften mit afrikanischen Großstädten eingegangen werden, um diesen bei der Wasserversorgung und im Kampf gegen die Verslumung zu helfen. Des Weiteren schlug die Konferenz eine Abgabe auf Flugtickets vor. Denn Afrika sei „eines der Hauptopfer des Klimawandels“, sagte Honneth. jul

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