Wirtschaft : Geldticker: Sturmwetter verhagelt Allianz das Ergebnis

Die Spätfolgen der Winterstürme Ende 1999 und teure Großschäden haben der Schaden- und Unfallversicherungssparte der Allianz AG in Deutschland das Ergebnis für 2000 verhagelt. Der Gewinn vor Steuern sei im deutschen Sachversicherungsgeschäft von 1,08 Milliarden Euro auf 714,7 Millionen Euro zurückgegangen, sagte der Vorstandschef der Allianz Versicherungs-AG, Reiner Hagemann, am Donnerstag in München. Im Juli hatte Hagemann noch mit einem Ergebnis von 800 Millionen Euro gerechnet. Nach Steuern werde der Gewinn mit rund 420 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahresergebnis von 296 Millionen Mark aber deutlich höher ausfallen, hieß es.

"Dieses gute Ergebnis darf nicht darüber hinweg täuschen, dass 2000 ein schwieriges Jahr für uns war", sagte Hagemann. Die Brutto-Schadensquote erhöhte sich von 72,1 auf 74,0 Prozent. Das versicherungstechnische Ergebnis fiel mit einem Verlust von 75,6 Millionen Euro nach Schwankungsrückstellungen tiefrot aus. In der Kfz-Haftpflicht verdoppelte sich der Verlust. Die Allianz Sach konnte dies mit dem nicht-versicherungstechnischen Ergebnis von 790 Millionen Euro nicht kompensieren.

Die Auswirkungen der Stürme "Lothar" und "Martin" nach Weihnachten 1999 in Süddeutschland seien unterschätzt worden, gab Hagemann zu. Die Kunden hätten ihre Schäden oft erst spät gemeldet. Deswegen sei der Schadenaufwand mit 7,17 Milliarden Euro um 4,9 Prozent höher ausgefallen.

Eine genaue Prognose für das Jahr 2001 wollte der Vorstandschef nicht abgeben. Sowohl das zuletzt in die roten Zahlen gerutschte Geschäft mit Versicherungen als auch das um 13 Prozent gesunkene nicht-versicherungstechnische Ergebnis sollten 2001 annähernd die Werte von 1999 erreichen, sagte er. Das nicht-versicherungstechnische Ergebnis kommt durch Kapitalanlagen zustande. 1999 hatte die Neubewertung der Schadenrückstellungen mit der Steuerreform den Jahresüberschuss gedrückt.

Hagemann forderte die Münchener Rückversicherung auf, in Gespräche über einen Verkauf ihres knapp 40-prozentigen Anteils an der Allianz Leben einzusteigen. Derzeit sei dies aber kein Thema, ergänzte Finanzvorstand Karl-Hermann Lowe. Die gemeinsamen Beteiligungen an der Karlsruher Leben sowie an der Bayerischen Versicherungsbank und der Frankfurter Allianz wollen beide Konzerne über Tauschgeschäfte entflechten. Eine Absage erteilte Hagemann der Gründung eines eigenen Internet-Versicherers. Das Internet werde auf absehbare Zeit keine große Rolle als alternativer Vertriebsweg spielen, sagte er.

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