Wirtschaft : Gelungener Start für Bertelsmann Gewinnplus im Quartal Druck-Fusion genehmigt

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Berlin Für Bertelsmann hat das Jahr 2005 gut begonnen: Europas größter Medienkonzern hat in den ersten drei Monaten des Jahres den operativen Gewinn deutlich gesteigert, wie er am Dienstag bekannt gab. Außerdem darf der Konzern seine Tiefdrucksparte mit der der Axel Springer AG fusionieren. Die EU-Kommission gab dafür am Dienstag trotz anfänglicher Bedenken grünes Licht.

Mit der Gründung des Tiefdruck-Joint-Ventures wollen Bertelsmann, Arvato, Gruner+Jahr und Springer ihre Aktivitäten im wettbewerbsintensiven europäischen Illustrationsdruckmarkt (Kataloge, Magazine und Werbebroschüren) „langfristig sichern und ausbauen“. EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes erklärte, die Untersuchung habe ergeben, dass es keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken gegen die Fusion gebe. Im Dezember 2004 hatte Brüssel noch von Anhaltspunkten gesprochen, wonach die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens einen „wirksamen Wettbewerb erheblich behindern würde“.

Kroes erklärte nun, mögliche Konkurrenten könnten ihre Kapazitäten für Tiefdruck von Zeitschriften ohne Aufwand ausweiten. Zudem seien Druckereien in Frankreich, Italien und den Niederlanden potenzielle Wettbewerber auf dem deutschen Markt. In das Gemeinschaftsunternehmen werden Tiefdruckbetriebe an den Standorten Ahrensburg, Darmstadt, Dresden, Itzehoe und Nürnberg zusammengeführt.

Erfreulich verlief für Bertelsmann auch das erste Quartal 2005. Der Umsatz blieb mit 3,8 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stabil. Das operative Ergebnis (Operating Ebit) konnte um 43 Prozent auf 159 Millionen Euro gesteigert werden. Allerdings verdankt der Gütersloher Konzern diesen Gewinnsprung einigen Sonderfaktoren: So wurde zum ersten Mal der französische TV-Sender M6 vollständig in der Bilanz konsolidiert. Ansonsten wäre die Gewinnsteigerung nur halb so hoch ausgefallen. Auch ein geringerer Zinsaufwand wirkte sich positiv aus.

Geschmälert wurde das Ergebnis dagegen von Restrukturierungsaufwendungen. Vor allem die Fusion der Musiksparten von Sony und BMG drückten den Jahresüberschuss um 30 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr bleibt Bertelsmann bei seiner bisherigen optimistischen Prognose: Umsatz und Ergebnis sollen im Vergleich zum Geschäftsjahr 2004 steigen. mot

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