Gemeinschaftsunternehmen : Conti baut Batteriestandort Berlin aus

Autozulieferer schafft 200 Stellen / Berlin reicht Schaufenster-Bewerbung ein.

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EU-Kommissar John Dalli zeigt sich besorgt über die vielen Unregelmäßigkeiten. Foto: AFP
EU-Kommissar John Dalli zeigt sich besorgt über die vielen Unregelmäßigkeiten. Foto: AFPFoto: AFP

Der Autozulieferer Continental will in Berlin 200 hoch qualifizierte Jobs zur Entwicklung von modernen Lithium- Batteriesystemen für Elektroautos aufbauen. „Wir werden mit 200 starten, vor allem Ingenieure“, sagte Conti-Chef Elmar Degenhart am Dienstag am Rande der Automesse in Detroit. Conti unterhält in Berlin-Moabit bereits eine Batterieentwicklung mit rund 280 Mitarbeitern.

Das Unternehmen und der koreanische Konzern SK Innovation unterzeichneten in Detroit eine Absichtserklärung zur Gründung einer Batterie-Kooperation. Die Koreaner haben Erfahrung mit Lithium-Ionen-Batteriezellen etwa für Laptops, während Conti die Steuerungstechnik mitbringt. Über mögliche Standorte der Fabriken sei noch nicht entschieden, sagte Degenhart. Die Verträge für das Joint Venture, an dem Continental 49 Prozent der Anteile halten werde, würden Mitte des Jahres unterzeichnet.

Die Ankündigung von Continental gibt Berlin als Standort für Elektromobilität zusätzliches Profil. Die Stadt bewirbt sich in den kommenden Tagen mit 33 Einzelprojekten zum Thema Elektromobilität in einem Gesamtvolumen von gut 150 Millionen Euro um die Schaufenster-Förderung des Bundes. Hinter der Bewerbung stünden mehr als 200 Kooperationspartner, sagte Gernot Lobenberg, Leiter der Berliner Agentur für Elektromobilität (Emo), am Dienstag dem Tagesspiegel. Dazu zählten alle deutschen Automobilhersteller, neun der weltweit 15 größten Autoproduzenten und die deutschen Energieversorger Vattenfall, RWE und Eon. Bewerbungsschluss für den Förderwettbewerb „Schaufenster für Elektromobilität“ ist der 16. Januar. Rund 40 Bewerbungen aus allen Teilen Deutschlands werden erwartet, vier bis fünf „Schaufenster“ sollen im März ausgewählt werden.

Etwa die Hälfte der Projektfinanzierung werde mit öffentlichen und privaten Mitteln aus Berlin bestritten, sagte Lobenberg. Der Rest müsste vom Bund kommen, der in den kommenden drei Jahren bundesweit bis zu 180 Millionen Euro an Investitionsmitteln für die Schaufenster-Regionen bereitstellt, um Deutschland als Leitmarkt und -anbieter der Elektromobilität voranzubringen. Der Berliner Senat hatte vor Weihnachten Details der Bewerbung verabschiedet, verbunden mit der Zusage, bis zu 25 Millionen Euro Investitionsmittel zur Verfügung zu stellen. Private Partner sollen weitere 50 Millionen Euro beisteuern.

Berlin gliedert seine Bewerbung in die Schwerpunkte „Fahren“, „Laden“, „Speichern“ und „Vernetzen“. „Wir wollen das Schaufenster der Schaufenster werden“, sagte Emo-Leiter Lobenberg. Berlin habe als Hauptstadt eine „dienende Funktion für ganz Deutschland“. Alle Regionen seien eingeladen, ihre Projekte in der Stadt zu präsentieren. Berlin rechnet sich gute Chancen aus. „Wir haben den Bonus, die größte Stadt in Deutschland mit den meisten Touristen aus dem Ausland zu sein“, sagte Lobenberg. Diese Ausstrahlung sei ein Alleinstellungsmerkmal und mache Berlin zur „internationalen Leitmetropole für Elektromobilität“. Bis 2015 sollen in Berlin unter anderem 1600 Ladesäulen installiert werden (aktuell: 220).

Auch die Metropolregion Hannover- Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg will ihren Antrag zum Schaufenster-Wettbewerb an diesem Mittwoch in Berlin der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) vorstellen. Henrik Mortsiefer

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