Wirtschaft : Genenscan: Mit Bio-Chips auf Gen-Suche - Aktie des Biotechnologie-Unternehmens für 39,50 Euro

pet

Die Aktie des Freiburger Biochip-Herstellers Genenscan wird mit 39,50 Euro in den Handel gehen. Der Preis liegt damit am oberen Ende der Bookbuilding-Spanne von 35,50 bis 39,50 Euro, teilte das Unternehmen am Donnnerstag mit. Ab dem heutigen Freitag wird Genenscan am Neuen Markt der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt. Die Aktie ist nach Unternehmensangaben 13-fach überzeichnet. Maximal 2,7 Millionen Aktien werden ausgegeben.

Genescan lebt vom Misstrauen der Verbraucher. Das 1992 gegründete Unternehmen hat einen Bio-Chip entwickelt, mit dem schnell und preiswerter als mit herkömmlichen Analysemethoden festgestellt werden kann, ob Lebensmittel gentechnisch veränderte Bestandteile enthalten. Drei Viertel der Deutschen lehnen solche Produkte Umfragen zufolge ab. Mit dem Geld aus dem Börsengang will Genenscan die internationale Expansion vorantreiben, vor allem aber auch in Forschung und Entwicklung investieren. Allein im vergangenen Jahr gab das Unternehmen, das zurzeit 210 Mitarbeiter beschäftigt, für die Forschung mehr als fünf Millionen Mark aus. 1999 stand einem Verlust von 8,4 Millionen Mark ein Umsatz von 10,1 Millionen Mark gegenüber. Vorstandschef Ulrich Birsner, ehemaliger Laborleiter des Freiburger Max-Planck-Instituts für Immunbiologie, rechnet damit, "bei konservativer Schätzung" 2002 die Gewinnschwelle zu erreichen.

Bio-Chips werden bisher vor allem von amerikanischen Herstellern angeboten. In der Lebensmittelanalyse ist Genenscan nach eigenen Angaben aber bisher das einzige Unternehmen, das die neue Technologie anwendet. Nach Einschätzung des Marktforschungsinstituts Dechema wird der Markt für Bio-Chips in den nächsten Jahren durchschnittlich um knapp 50 Prozent wachsen. Als Risiko nennt das Verkaufsprospekt insbesondere, dass es noch unsicher sei, ob die von Genenscan entwickelte, patentgeschütze Chiptechnologie von den Abnehmern akzeptiert wird.

Nach Curasan ist Genenscan bereits das zweite Healthcare-Unternehmen, das in dieser Woche an die Börse geht. Am kommenden Freitag wird mit der Heidelberger Bioinformatik-Firma Lion Bioscience AG ein weiteres Biotech-Unternehmen den Sprung aufs Parkett wagen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben