Wirtschaft : General Electric greift Siemens an US-Konzern will Geschäft hierzulande verdoppeln

Axel Höpner (HB)

München - Über Jahrzehnte war General Electric weltweit das schier unerreichbare Vorbild für den Siemens-Konzern. „Beat GE“ – schlagt GE – gab der langjährige Vorstandschef Heinrich von Pierer als Parole aus. Erst unter seinem Nachnachfolger Peter Löscher rückten die Münchener nah an den Erzrivalen heran. Auf dem wichtigen deutschen Markt aber sehen die Kräfteverhältnisse seit jeher anders aus – hier hinkt GE den Münchenern weit hinterher. Doch nun will GE zurückschlagen, und auf dem Heimatmarkt den deutschen Erzrivalen attackieren.

Das haben die Amerikaner zwar schon öfter angekündigt. Doch diesmal räumen sie Fehler in der Vergangenheit ein, bauen die Organisation um und nehmen Geld in die Hand. Für Akquisitionen stünden bei Bedarf auch Milliardensummen zur Verfügung, sagte der neue GE-Deutschland-Chef Ferdinando Beccalli-Falco gestern dem „Handelsblatt“. Zudem sollen organisch 400 bis 500 neue Arbeitsplätze entstehen, die Zahl der Forscher und Entwickler verdoppelt werden. „Wir wollen keinen Preiskrieg, wir wollen einen Technologiekrieg“, schickte Beccalli-Falco eine Kampfansage an die Konkurrenz.

Dabei hat er Siemens fest im Blick. Denn in Deutschland dominieren die Münchener. Beobachter schätzen den Marktanteil von Siemens hierzulande auf 18 Prozent, den von GE auf dem gemeinsam beackerten Feld auf 0,3 Prozent. General Electric räumt erheblichen Nachholbedarf ein. Der Umsatz hierzulande solle binnen vier bis fünf Jahren verdoppelt werden, kündigte Beccalli-Falco nun an. Eine absolute Zahl nannte GE nicht. In Europa insgesamt habe der Umsatz zuletzt 32 Milliarden Dollar betragen, ein guter Anteil davon entfalle auf Deutschland. Zudem kündigte GE Investitionen von 56 Millionen Euro in den nächsten 15 Monaten an. Axel Höpner (HB)

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