Wirtschaft : General Electric und Honeywell: Kommentar: Die EU-Kommission hat richtig gehandelt

Thomas Gack

Die EU-Kommission hat dem massiven Druck Washingtons widerstanden und die geplante Fusion der beiden amerikanischen Flugzeugausrüster General Electric (GE) und Honeywell untersagt. Die Entscheidung der Europäer wird zwar einige Politiker und Wirtschaftsbosse in den USA in Rage bringen. Sie ist aber wettbewerbspolitisch konsequent. GE ist nicht nur beim Bau der Turbinen für Passagierflugzeuge weltweit Marktführer. Der Konzern kann zudem über sein Finanzierungs- und Leasinggeschäft auf die Kunden massiven Druck ausüben, GE-Turbinen und nicht die Produkte der beiden Konkurrenten Pratt & Whitney aus den USA und Rolls-Royce aus Großbritannien zu kaufen. Zusammen mit Honeywell, dem Marktführer für elektronische Bordausrüstungen, hätte GE durch die Bündelung der Angebote - Finanzierung, Triebwerke, Bordausrüstung, Wartung - die Konkurrenz aus dem Markt drücken und die Kunden erpressen und überhöhte Preise von ihnen verlangen können. Natürlich auch in Europa. Mit ihrem Einspruch stoppt die EU die Übernahme, der die US-Kartellbehörden bereits grünes Licht gegeben hatten. Bei den Amerikanern gilt das Motto "big is beautiful". Sie vertreten das Prinzip, erst dann einzuschreiten, wenn ein Großkonzern die Gesetze des Wettbewerbs konkret verletzt hat. Tatsächlich aber ist es sehr schwer, einem marktbeherrschenden Unternehmen den Verstoß nachzuweisen. Es ist deshalb richtig, dass die EU schon die Entstehung solcher den Wettbewerb verzerrender Strukturen verhindert. Sie hat damit eine Lanze für den fairen Wettbewerb gebrochen.

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