General Motors : Drei Bieter für Opel

General Motors hat die Wahl: Bis zum Ablauf der Frist am Montagabend gingen nach Angaben des US-Autokonzerns drei finale Offerten für einen Einstieg bei der deutschen Tochter Opel ein. GM kündigt eine zügige Prüfung an.

Carsten Brönstrup

Berlin -  „Die Angebote werden nun von GM analysiert und verglichen“, teilte das Unternehmen am Abend mit. GM erhielt, wie erwartet, entsprechende Angebotsunterlagen vom kanadisch-österreichischen Autozulieferer Magna, vom Finanzinvestor RHJ und von dem chinesischen Autohersteller BAIC. Fiat gehört demnach nicht mehr zum Bieterkreis.

GM will nun zunächst einen internen Favoriten küren und dann ab Mitte der Woche Gespräche mit der Politik suchen. Der Konzern teilte mit, die vorläufigen Erkenntnisse von GM sollten der Bundesregierung und den Regierungen anderer betroffener Länder sowie der EU-Kommission vorgelegt werden. Neben GM muss auch die Opel-Treuhand zustimmen, der das Unternehmen mehrheitlich gehört.

Opel hat große Probleme: Die Stückzahl allein in Deutschland halbierte sich zwischen 1999 und 2007, von 522 000 Autos auf 285 000. Der Marktanteil in dieser Zeit schrumpfte von 13,7 auf 9,1 Prozent. Das geht aus einer Kleinen Anfrage der FDP-Fraktion an die Bundesregierung hervor, die dieser Zeitung vorliegt.



MAGNA

„New Opel“ Magna sein Konzept. 27,5 Prozent will der Zulieferer kaufen, ebenso viel die russische Sberbank. Zuvor hatte es stets geheißen, Magna werde 20, die Sberbank 35 Prozent übernehmen. Die Belegschaft soll zehn Prozent halten, GM 35 Prozent. Das Konsortium will 500 Millionen Euro Eigenkapital in Opel stecken. Das Ziel ist, auch Modelle für die Konkurrenz zu fertigen. Für den Bund würde das Magna-Geschäft teuer: Der Konzern benötigt 4,5 Milliarden Euro Bürgschaften. Zudem sollen 10 000 der 50 000 Stellen gestrichen werden. Trotzdem kann sich Magna breiter Unterstützung sicher sein. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht „ausgezeichnete Ansatzpunkte“, ebenso wie die Länder und die Gewerkschaften.


RHJ

Der belgische Investor mit US-Wurzeln will Opel sanieren und später mit Gewinn verkaufen. Dazu will er 50,1 Prozent der Firma. Zehn Prozent soll die Belegschaft halten. Der Staat muss nur für 3,8 Milliarden Euro bürgen, es sollen 9900 Stellen wegfallen – ohne betriebsbedingte Kündigungen. Das Werk Eisenach wird aber bis 2012 stillgelegt. Allerdings ist RHJ nur bereit, 300 Millionen Euro zu investieren. Viele fürchten, dass der Investor als Platzhalter für GM fungiert, das in ein paar Jahren Opel zurückkaufen könnte. Deshalb stößt RHJ auf große Ablehnung.


BAIC

Nur 7600 Arbeitsplätze sollen nach dem Plan der Chinesen wegfallen. Zudem muss der Bund nur 2,6 Milliarden Euro für Bürgschaften lockermachen. Viele argwöhnen, BAIC sei nur an der Technik interessiert statt am Unternehmen.

Experten warnen vor falscher Hoffnung. „Das Wunschunternehmen ist nicht dabei, aber das war bei der Braut nicht zu erwarten“, sagte Stefan Bratzel von der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch-Gladbach. Milliarden müssten in neue Modelle und Techniken fließen. Der Wettbewerb sei hart, die Konkurrenz gut aufgestellt. „Es ist daher verwegen, heute Garantien über Werke und Arbeitsplätze abzugeben.“ 

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